Die moderne Forschung beweist es: Gefühle wie Ärger und Feindseligkeit machen auf Dauer krank.
Das schlechte Gefühl kam in dem Moment zurück, als sie aufwachte. Frau Schubert dachte an ihre Kollegin. Vor allem deren unberechenbare Launen vergällten ihr die Arbeit. Sofort stieg diese innere Wut wieder in ihr hoch. Als sie ihren Arzt wegen nervöser Magenbeschwerden aufsuchte, konnte dieser nichts finden. Er riet ihr aber, alles etwas ruhiger zu nehmen. Leichter gesagt als getan.
Unterdrückte Gefühle – schleichendes Gift Die Idee, dass Gefühle krank machen können, geht bereits auf das Jahr 1939 zurück. Schon damals vermutete der ungarische Psychoanalytiker und Arzt Franz Alexander, dass «dauerhaft unterdrückte Ängste und Aggressionen zu permanenten emotionalen Spannungen führen, durch die die Organe gestört werden können». Das war damals allerdings reine Spekulation. Moderne Forschung hat nun gezeigt: Alexander hatte Recht. Wissenschaftler können heute nachvollziehen, was in unserem Organismus geschieht, wenn wir unter dauerhafter emotionaler Anspannung stehen. Dann werden nämlich zahlreiche Stoffe freigesetzt, die unseren Organismus schädigen.
Sich aufregen hat Folgen Die Wissenschaftler fanden noch mehr heraus. Sie kennen sogar die Gefühle, die am gefährlichsten sind: Nämlich lange unterdrückter Ärger und Feindseligkeit. Diese Emotionen entstehen in dauerhaften Beziehungen, wie zum Beispiel im Beruf oder in der Partnerschaft, in denen sich die Betroffenen wie gefangen fühlen. Wie bei Frau Schubert. Sie ärgert sich über ihre Kollegin, sieht aber keine Möglichkeit, die Situation zu verändern. Die daraus entstehende Daueranspannung macht sie krank. Die mit dieser Situation verbundene Ohnmacht unterhöhlt langfristig gesehen aber auch ihre Selbstachtung. Aber auch kleine Ärgernisse wie eine rote Ampel oder ein Defekt am PC können unseren Kreislauf ungünstig in die Höhe schnellen lassen. Wer sich häufig über Kleinigkeiten aufregt, tut sich damit also keinen Gefallen.
Lange unterdrückter Ärger hat komplexe Auswirkungen: