Selbstbewusste und starke Kinder

Bewegung, Gefühle und soziale Entwicklung sind eng miteinander verwoben. Kinder lernen spielerisch und mit Bewegung auf ihre Gefühle und Körpersignale zu hören. Das macht sie widerstandsfähig und selbstbewusst.

 

Körper- und Gefühlswahrnehmung bei Kindern
Bewegung, Spiel und Sport fördern die körperlichen, sozialen und intellektuellen
Kompetenzen der Kinder. Knochen werden stark, Muskeln
wachsen, das Gehirn entwickelt sich und die Eigenwahrnehmung des Körpers
und der Gefühle verbessert sich. Dazu brauchen Kinder vielfältige
Bewegungsmöglichkeiten im Freien sowie in Innenräumen.

 

Es sind komplexe Wechselwirkungen zwischen Denken, Fühlen und sich
Bewegen, die sich beim Heranwachsen gegenseitig beeinflussen. Die seelisch-
psychischen und körperlichen Vorgänge spielen fest zusammen. Daher
soll Bewegungsförderung bei Kindern vor allem im Alltag stattfinden.

Wahrnehmung fördern

Die meisten Kinder fördern ihre Wahrnehmung eigenaktiv bei geeigneten
Spiel-, Bewegungs- und Handlungsangeboten. Eltern und Erziehungspersonen
können dabei Gelegenheiten schaffen, die verschiedene Sinnessysteme
wie Gleichgewicht, Eigenwahrnehmung, taktile und visuelle Wahrnehmung
usw. ansprechen. Beispiele sind:

  • Mit den Händen oder der Haut fühlen: spielen mit Sand, Teig oder Ton kneten, mit verschlossenen Augen etwas ertasten und erraten.
  • Die Eigenwahrnehmung des Körpers verbessern:Kampfspiele mit klaren «Stopp-Regeln»,in ein Tuch einrollen.
  • Das Gleichgewicht fördern: schaukeln,balancieren, rutschen, drehen oder hüpfen.

 

Gefühle und Bewegung

Sich beim Fangenspielen austoben, beim Kämpfen Energie ablassen oder beim Schaukeln den Wind im Gesicht spüren. Kinder jubeln, kreischen, lachen ganz unbeschwert, wenn sie in Bewegung sind. Wir kennen sie auch zornig, tobend, aggressiv, wenn sie beispielsweise nicht bekommen, was sie wollen. Sie stampfen auf den Boden, ballen die Fäuste. Ängstlich und scheu sind sie bei Unbekanntem oder auch traurig, wenn sie enttäuscht sind. Die Gefühle sind vielfältig und ganz individuell. «Gefühle sind die Quelle unserer Vitalität. Wir spüren sie im Körper. Gefühle bewegen uns im Innern und bringen uns in Bewegung.» (PapperlaPEP, Körper und Gefühle im Dialog)

Den Umgang mit Gefühlen lernen

Die Kompetenz, mit Gefühlen umzugehen, ist ein Grundpfeiler der kindlichen Entwicklung. Können sie ihre körperlichen Signale wahrnehmen? Wie reagiert ihr Körper, wenn sie sich freuen, traurig oder wütend sind? Kinder zeigen ihre Gefühle oft spontan und offen. Wir können die Kinder bei ihrer Körper- und Gefühlswahrnehmung unterstützen, ihnen helfen, die Gefühle anzusprechen und zu benennen. Wir fragen sie zum Beispiel: «Hast du eine Wut im Bauch? Fühlst du dich traurig? Freust du dich auch, dass die Sonne scheint?» Wer sich besser spürt, kann Herausforderungen besser meistern und ist gesünder. Die Fachstelle PEP des Inselspitals Bern hat zur Stärkung der psychosozialen Gesundheit bei Kindern zwischen 4 und 8 Jahren hervorragende Praxisbeispiele für Lehrpersonen und Eltern erarbeitet (vergl. PapperlaPEP, www.pepinfo.ch > Prävention).


Selbstkompetenz stärken
«Ich kann das ganz alleine!» Diese Erfahrungen machen Kinder stolz und stärken sie. Sie fühlen sich kompetent und bauen auf dem Gelernten auf. Positive Erfahrungen motivieren die Kinder. Sie brauchen dafür aber genügend Zeit, Vertrauen und Raum. Als Eltern kann man sich das Zitat «Hilf mir, es selbst zu tun!» von Maria Montessori zu Herzen nehmen. Kinder möchten lernen, erfahren, ausprobieren. Geben Sie ihnen so oft wie möglich Gelegenheit dazu.

 

Beispiele für die Praxis

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1. Akrobatik wie im Zirkus
Diese Erinnerungen bleiben bis ins Erwachsenenalter:

  • ein Flugi auf Papas Füssen
  • einen Handstand mit Mamas Hilfe
  • zu lauter Musik gemeinsam durch das Wohnzimmer tanzen


2. Kämpfen und Kräfte messen
Beim Kräftemessen spürt man sich besonders gut:

  • Güggelikampf: hüpfen auf einem Bein, Arme vor dem Körper verschränken. Versuchen, das Gegenüber aus dem Gleichgewicht zu bringen
  • Bodenkampf: Vierfüsslerstand. Man versucht das Gegenüber aus einem definierten Feld (Badetuch, Matte) zu drängen

 

3. Entspannen und geniessen
Bewusste Momente der Entspannung helfen den Kindern, ihren Körper und ihre Gefühle besser kennenzulernen.

  • Kinder mögen dazu den Einsatz von warmen Kirschstein- oder Sandsäckli ganz besonders. Auf den Boden liegen, warme Säckli auf den Körper legen und geniessen
  • Barfuss-Experimente: Bei Regen barfuss nach draussen gehen. Barfuss einen Abschnitt durch den Wald gehen

Themen

 

Literatur

  • Papperla PEP. Körper und Gefühle im Dialog. Rythz Thea, Uetz Renie, Grandjean Veronica (2010).
  • bewegt und selbstsicher. Lienert Sonja, Sägesser Judith, Spiess Heidi (2010).

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