Entsolidarisierung

Sie fragen
Meine Eltern sind schon seit Jahrzehnten bei einer anderen Krankenversicherung. Gesunde Versicherte erhalten dort einen so genannten «Leistungsfreiheitsrabatt». Was das aber für alte und kranke Menschen bedeutet, erfuhren meine Eltern in diesem Jahr: Die Prämie meines Vaters, der privat versichert ist, schnellte innert Jahresfrist um CHF 240 im Monat oder um über CHF 2'800 im Jahr in die Höhe. Bei meiner Rückfrage bei dieser Kasse erfuhr ich, dass nach einem Spitalaufenthalt der Leistungsfreiheitsrabatt wie folgt gekürzt wird: Bei Spitalkosten unter CHF 12'000 erfolgt eine Kürzung um 50 %, bei Kosten über CHF 12'000 fällt er ganz weg. Ich bin schockiert über ein solches System, das zur völligen Entsolidarisierung von Gesunden und Kranken führt. Meine Frage: Kennt die CONCORDIA auch solche Geschäftspraktiken?

 

Wir antworten
Nein, wir bieten kein solches Rabattsystem an, das die Solidarität zwischen gesunden und kranken Menschen untergräbt. Auch wir beobachten diese Entwicklung mit Besorgnis. Denn das von Ihnen beschriebene Modell des «Leistungsfreiheitsrabattes» wird zunehmend salonfähig. Mehrere andere Krankenversicherer haben in der Zwischenzeit ähnliche «Rabattsysteme» eingeführt.

Die Vorteile für eine Krankenversicherung liegen auf der Hand: Bei Neuofferten können Sie die Prämien mit Rabatt und damit billiger anbieten, da Sie einfach davon ausgehen, dass der Interessent gesund ist und auch bleibt. Sollte der Kunde dann doch krank werden, spielt das keine so grosse Rolle – denn mit diesem System werden die Kosten in den folgenden Jahren wieder über sehr hohe Prämien ausgeglichen. Der Kunde trägt das Risiko: Nach einem Spitalaufenthalt ist ein Wechsel zu einem anderen Krankenversicherer ausgeschlossen. Es bleibt ihm nur, die nun hohe Prämie zu bezahlen oder die Spitalversicherung zum nächstmöglichen Termin zu kündigen. Beides schmerzt!

 

Prämienrechner


 

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