Seit dem 1. Januar 2004 wird über die Tarifstruktur TARMED abgerechnet; dies nach einer rund 20-jährigen Vorbereitungs- und Entwicklungszeit.
Seit dem 1. Januar 2004 wird über die Tarifstruktur TARMED abgerechnet; dies nach einer rund 20-jährigen Vorbereitungs- und Entwicklungszeit.
Aber was ist TARMED, und welche Vorteile bringt seine Anwendung mit sich?
TARMED ist ein kantonsübergreifender, einheitlicher Tarif für alle ärztlichen und arztnahen Leistungen in der Arztpraxis und im Spital, der gemeinsam und partnerschaftlich von den Leistungserbringern und den Versicherern erarbeitet worden ist. Er zählt rund 4'600 Positionen und ist mit dieser Aufschlüsselung der ärztlichen Kunst weltweit das wohl detaillierteste Inventar des medizinischen Handwerks. Weil für eine einzige Leistungsposition oft mehrere Regeln Anwendung finden, beinhaltet der Tarif rund 10’000 Regeln. In gedruckter Form wiegt er stattliche 3,7 Kilo und umfasst 1'541 Seiten. Für die eigentliche Rechnungsprüfung ist man der Komplexität wegen natürlich auf elektronische Hilfsmittel angewiesen.
Weshalb braucht es TARMED?
Da TARMED ein gesamtschweizerischer Tarif ist, ermöglicht er einen direkten Vergleich der Kosten der einzelnen Tarifpositionen über die Kantonsgrenzen hinaus, was mit dem vorherigen, föderalistischen Tarif praktisch unmöglich war. Mit der Anwendung eines einzigen Tarifs an Stelle von vielen unterschiedlichen wird der Administrativaufwand sowohl für Ärzte und Spitäler als auch für die Versicherer kleiner. Ausserdem wird der elektronische Datenverkehr durch TARMED nachhaltig gefördert. Mit der vereinfachten elektronischen Kostenkontrolle wird die Mengenentwicklung der Leistungen überschaubar, und Kostenvergleiche zwischen den Kantonen werden möglich. Das Inventar von TARMED kann jederzeit aktualisiert werden, das heisst, dass neue ärztliche Leistungen zu jedem Zeitpunkt in den Tarif aufgenommen werden können.
TARMED beruht ausserdem auf einer betriebswirtschaftlichen Berechnung und sachgerechten Struktur der Leistungen. So enthält jede Leistungsposition eine ärztliche und eine technische Komponente. Damit wird die eigentliche menschliche und intellektuelle Leistung gegenüber der rein technischen aufgewertet, was die grossen Einkommensunterschiede zwischen den Facharztgruppen ausgleichen soll.
Die Einführung von TARMED war bei der CONCORDIA wie bei den anderen Krankenversicherern mit hohen finanziellen sowie zeitlichen und organisatorischen Investitionen in die EDV, die Leistungserfassung, die Rechnungsabwicklung und die notwendige Schulung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verbunden. Diese Investitionen sollten sich aber mit der Zeit lohnen. Sie bilden nämlich die Basis dafür, dass mittel- bis langfristig die Leistungsabrechnung und die Beurteilung der Wirtschaftlichkeit der erbrachten medizinischen Leistungen verbessert werden können und damit die Kostenentwicklung positiv beeinflusst werden kann.