Teenager

Ärger mit Teenagern

Was tun, wenn die eigenen Kinder überreagieren? Oder einen ignorieren und sogar mit Kraftausdrücken beschimpfen? Unser Diplompsychologe Christoph Eichhorn weiss Rat und unterstützt Sie gerne bei der Lösungsfindung. Zudem stehen Ihnen Fachpersonen unserer Partnerin Pro Juventute mit Rat und Tat zur Seite.

Eveline Graf* verstand die Welt nicht mehr: Seit 13 Jahren war sie für Selina da und hatte ihr alles gegeben. Und jetzt das: «Du dumme Kuh», schrie Selina sie an. Bloss weil sie ihre Tochter darauf hingewiesen hatte, dass diese mit dem Einräumen der Spülmaschine in Verzug war. Dabei war das eine der wenigen Aufgaben, die Selina in der Familie überhaupt noch zu erledigen hatte. 

Frau Graf ist mit diesen Erfahrungen nicht alleine. Schon vor über 2000 Jahren war der bekannte Philosoph Aristoteles der Ansicht, dass die Jugend immer schlimmer würde.

  • Und warum zeigen sich unsere Jugendlichen so schwierig?
    Da hilft uns die Gehirnforschung weiter. Während der Pubertät findet ein massiver Umbau des Gehirns statt. Teenager können sich in dieser Zeit weniger gut selbst steuern und sind oft ihren Emotionen ausgeliefert. Wie bei Selina. In ihrem Innersten will sie ihre Mutter nicht verletzen, aber Kleinigkeiten bringen sie aus dem Gleichgewicht.
  • Was tun?
    Versuchen Sie, es gelassen zu nehmen, auch wenn das viel leichter gesagt als getan ist. Immer mehr Eltern setzen hier auf Mentaltraining. Sie stellen sich in entspanntem Zustand eine mögliche Herausforderung vor: Zum Beispiel wie ihr Sprössling ausflippt und sie trotzdem ruhig und entspannt handeln. Das «Üben im Innern» führt dazu, dass Sie diese gelassene Haltung auch annehmen, wenn es dann ernst wird.
  • Wenn …, dann …-Vorsätze
    Wenn …, dann …-Vorsätze ergänzen die Methode des Mentaltrainings. Frau Graf nahm sich Folgendes vor: «Immer, wenn Selina unangemessen laut wird, gehe ich in die Küche. Dort atme ich einige Male tief durch und lenke mich im Anschluss mit Putzen ab, oder ich gehe dreimal ums Haus.» Natürlich hat sie das zuvor mit Selina und dem Rest der Familie abgesprochen. Schon nach wenigen Wochen stellte sie erste Verbesserungen fest. Diese betrafen vor allem sie selbst – und weniger Selina. Diese verhielt sich weiterhin herausfordernd. Aber es gelang Frau Graf, trotz stürmischer Zeiten entspannter und ruhiger zu bleiben.
  • Ich war auch etwas schwierig … 
    Die meisten von uns waren in der Pubertät auch nicht unbedingt einfach. Vielen hilft es, sich daran zu erinnern, was die aktuellen Herausforderungen relativiert.
  • Dankbar sein:
    Statt im Ärger zu verharren, überlegt Frau Graf, wofür sie Selina dankbar ist. Und sie erinnert sich an die schönen Zeiten, die sie mit ihr immer wieder erleben darf.
  • Es geht vorbei:
    Für Frau Graf ist nun klar: «Das wird vorbeigehen, und dann haben wir es wieder gut.»

Fazit

Haben Sie Fragen zu diesem oder ähnlichen Themen oder sind Sie gar selbst betroffen? Die Elternberatung unserer Partnerin Pro Juventute ist in allen Situationen für Sie da. 
 


Weiterführende Literatur zum Thema

Eichhorn, C. (2014): Bei schlechten Noten helfen gute Eltern. Das Buch zeigt auf, wie Eltern ihrem Kind in der Schule helfen.
Juul, J. (2010): Pubertät – wenn Erziehen nicht mehr geht. Juul gibt Anregungen für die Pubertät.

* Name der Redaktion bekannt