Geschäftsbericht

Kostenentwicklung


 

Kostenentwicklung
Stark gestiegene Spitalkosten verursachen hohe Teuerung

Die Kosten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung stiegen im Jahr 2019 mit 5.7 % stark an. Haupttreiber der Teuerung waren die Spitäler. Aber auch die Kosten von Arztleistungen stiegen deutlich. Dank Leistungsmanagement und Rechnungskontrollen sparte die CONCORDIA CHF 345 Mio.
Einsparungen

Obligatorische Krankenpflegeversicherung Schweiz: Kostenanstieg von 5.7 %

Nachdem die Leistungskosten der obligato­rischen Krankenpflegeversicherung (OKP) im Jahr 2018 aufgrund von Sondereffekten um 2.1 % gesunken waren, musste 2019 wieder ein Kostenanstieg von 5.7 % verzeichnet werden. Verantwortlich für diesen Kostenanstieg waren hauptsäch­lich die Kostengruppen Spital ambulant (+ 15.6 %), Spital stationär (+ 5.4 %) und ambulante Arztleistungen (+ 4.5 %). Ins­besondere bei der Kostengruppe Spital ambulant spiegelt die Teuerung zu einem grossen Teil die Kompensation der Sonder­effekte aus dem Jahr 2018: Aufgrund von Abrechnungsverzögerungen bei einigen Spitälern und einer Änderung im Ärzte­tarif Tarmed sind die Kosten in dieser Gruppe vorübergehend gesunken. Die ver­zögerte Rechnungsstellung haben die Spitäler 2019 aufgeholt. Die Kostensenkun­gen aufgrund der Änderung des Tarmeds entstanden als Veränderung nur einmalig. Dabei handelt es sich um einen sogenann­ten Stufeneffekt. Sobald die Änderungen etabliert sind, steigen die Kosten aufgrund der weiteren Mengenausweitung wieder.

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OKP Nettoleistungen
Die markante Kostenerhöhung 2019 ist ein deutliches Zeichen: Das Problem der stei­genden Gesundheitskosten bleibt weiter­hin ungelöst. Optimistisch betrachtet ist einzig festzustellen, dass die langfristig, jeweils über einen Zeitraum von 10 Jahren gemessene, mittlere jährliche Teuerung der Grundversicherungsleistungen der CONCORDIA in den letzten fünf Jah­ren gesunken ist: von 3.3 % auf 2 %. Die prozentuale Änderung sinkt jedoch auch, weil die absoluten Kosten in den letzten 10 Jahren stark angestiegen sind. Eine im Frankenbetrag identische Erhöhung wie vor 10 Jahren macht heute einen kleineren Prozentanteil aus.
OKP Bruttoleistungen

Obligatorische Krankenpflegeversicherung Fürstentum Liechtenstein: Kostenanstieg von 7.3 %

Nach zwei Jahren ohne Teuerung sind die Kosten im Jahr 2019 im Fürstentum Liechtenstein mit 7.3 % sogar noch stärker angestiegen als in der Schweiz. Die haupt­sächlichen Kostentreiber sind die gleichen: Spital ambulant (+ 23.4 %), Spital stationär (+ 8.2 %) und ambulante Arztleistungen (+ 5.2 %). Bei allen Zahlen handelt es sich um die sogenannten Bruttoleistungskosten vor Abzug der Kostenbeteiligung der Versicherten.

Dank Leistungsmanagement und Rechnungskontrolle höhere Einsparungen

Im Jahr 2019 wurden 8.3 Mio. Rechnun­gen bearbeitet. Das sind rund 500’000 bzw. 6.6 % mehr als im Vorjahr. Davon wurden nach genauer Prüfung 7.9 Mio. sofort be­zahlt. Rund 400’000 Rechnungen muss­ten zur Korrektur an die Rechnungssteller zurückgewiesen werden, weil sie nicht ver­sicherte Leistungen enthielten oder fehler­haft waren. Dank vielen geleisteten Überstunden und grossem Einsatz konnten die Leistungsspezialistinnen und -spezialisten die gestiegene Anzahl Rechnungen genau prüfen und gleichzeitig rasch zur Bezahlung freigeben. Unterstützt wurden sie von den Spezialis­tinnen und Spezialisten der DRG­ Tarifkontrolle, der Fachführung, des Leis­tungsaudits, der Leistungsberatung, des Leistungseinkaufs, des Teams Managed Care, der Pflegefachberatung sowie der Spezialleistungen. Dank der Anstrengun­gen all dieser Mitarbeitenden wurden im Berichtsjahr insgesamt CHF 345 Mio. Leistungskosten eingespart. Dies sind CHF 17 Mio. mehr als im Vorjahr.
Rechnungen
Geschäftsjahr 2019

Geschäftsjahr 2019

In finanzieller Hinsicht verlief das Geschäftsjahr 2019 – trotz Teuerung in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung – für die CONCORDIA sehr positiv. Aufgrund der guten Entwicklungen an den Kapitalmärkten konnte in allen Sparten ein sehr gutes Anlageergebnis erzielt werden. Zudem zahlte die CONCORDIA 2019 freiwillig insgesamt 171 Millionen Franken an ihre Versicherten aus.