Spital

Änderung der Abrechnungspraxis bei Spitalaufenthalten

Lob vom Konsumentenschutz: Die CONCORDIA zahlt als einziger grosser Krankenversicherer ihren Kundinnen und Kunden den Selbstbehalt auf den Spitalkostenbeitrag für die letzten fünf Jahre zurück.

Laut einem am 12. Juni veröffentlichten Bundesgerichtsentscheid ist das bisherige Vorgehen der Schweizer Krankenversicherer bei der Abrechnung des Spitalkostenbeitrags zu ändern.
 

Was Versicherte bei einem stationären Spitalaufenthalt zahlen

Bei einem stationären Spitalaufenthalt zahlt eine erwachsene Person so viel von der Rechnung, bis die selbstgewählte Franchise ausgeschöpft ist. Hinzu kommt ein Selbstbehalt von 10 Prozent der Kosten, die über die Franchise hinausgehen (bis zu einem Höchstbetrag von CHF 700 pro Jahr) sowie ein sogenannter Spitalkostenbeitrag von CHF 15 pro Nacht.
 

Was sich nach dem Bundesgerichtsentscheid ändert

Bei der bisherigen, vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) gestützten Abrechnungspraxis wurden die 10 Prozent Selbstbehalt über die ganze Spitalrechnung inklusive Spitalkostenbeitrag erhoben. Dies hat dazu geführt, dass für den Spitalkostenbeitrag in wenigen Fällen CHF 16.50 statt CHF 15 verrechnet wurden. Das Bundesgericht verlangt nun in seinem Entscheid, dass die Krankenversicherer den Spitalkostenbeitrag von CHF 15 separat in Rechnung stellen und den Selbstbehalt von 10 Prozent nur auf den restlichen Betrag der Behandlungskosten erheben.
 

Die CONCORDIA zahlt ihren Versicherten die Differenzbeträge zurück

Die CONCORDIA passt ihre Abrechnungspraxis dem Bundesgerichtsentscheid an. Zusätzlich zahlt sie ihren Versicherten, die in den letzten fünf Jahren einen stationären Spitalaufenthalt hatten, den Selbstbehalt auf den Spitalkostenbeitrag im Herbst 2019 zurück. Sie ist somit der einzige grosse Krankenversicherer, der das Urteil des Bundesgerichts konsequent und vollständig umsetzt. Damit der administrative Aufwand nicht grösser ist als der zurückerstattete Betrag, werden Beträge ab CHF 10 pro Jahr zurückgezahlt. In den Genuss der Rückzahlungen kommen rund 1'000 Versicherte pro Jahr. Die Gutschriften für das Jahr 2019 werden 2020 ausgelöst. Die betroffenen Versicherten werden mit einem persönlichen Brief informiert. Das Geld wird direkt auf ihr Konto überwiesen. Sie müssen dafür nichts unternehmen.

Die bisherige Abrechnungspraxis hat auf der anderen Seite aber auch dazu geführt, dass der Spitalkostenbeitrag bei etlichen Versicherten zu tief ausfiel. Die CONCORDIA verzichtet darauf, diese Differenzbeträge nachzufordern.
 

Berechnung des Spitalkostenbeitrages und des Selbstbehalts im Jahr 2019

Aufgrund der neuen Abrechnungspraxis wird unser IT-System angepasst. Die Berechnung der gesetzlichen Kostenbeteiligung stützt sich immer auf den Zyklus eines Kalenderjahres ab. Eine unterjährige IT-Änderung ist daher nicht möglich. Aus diesem Grund wird bei stationären Behandlungen im Jahr 2019 der Spitalkostenbeitrag und Selbstbehalt noch nach der bisherigen Abrechnungspraxis in Rechnung gestellt. Die Versicherten erhalten die im Jahr 2019 möglicherweise zu viel bezahlten Selbstbehalte im Jahr 2020 zurück erstattet.