Stillen – Mutter stillt ihr Baby.

Alles rund ums Stillen

Stillen ist mehr als nur Nahrung für Ihr Baby. Finden Sie hier alle Vorteile, hilfreiche Tipps und wichtige Informationen rund ums Stillen. 

Stillen ist optimal für die Figur, das Gewicht und die Rückbildung. Für die Milchbildung benötigen Mütter zusätzliche Energie. Die Menge der produzierten Milch sowie deren Zusammensetzung variieren übrigens von Frau zu Frau. Man schätzt, dass über eine Stilldauer von sechs Monaten eine Milchmenge von knapp 0,9 Litern pro Tag produziert wird. In den ersten Wochen wird während der Schwangerschaft gespeichertes Fett zur Energiegewinnung für die Muttermilch abgebaut, danach vorwiegend Energie aus der Nahrung.

 Tipp

Wer nicht stillt, sollte nach der Geburt wieder weniger essen als während der Schwangerschaft. 

 Stillen hat viele Vorteile

Muttermilch schützt Babys noch lange davor, übergewichtig zu werden und mindert ihr Risiko, später an Typ-2-Diabetes oder Herz-Kreislauf-Krankheiten zu leiden. Zusätzlich hilft Vollstillen in den ersten vier Lebensmonaten, Allergien zu vermeiden. Aber Muttermilch bzw. das Stillen hat noch viele weitere Vorteile:
  • optimale Nahrungszusammensetzung

  • optimale Darreichungsform (hygienisch einwandfrei, wohltemperiert, immer verfügbar)

  • vermindertes Risiko für Durchfall, Mittelohrentzündung und späteres Übergewicht

  • Vorteile für die Mutter: Raschere Rückbildung, Risikominderung für Brust- und Eierstockkrebs

  • Förderung der emotionalen Bindung zwischen Mutter und Kind

Tipps für stillende Mütter

Jetzt spielen eine optimale Ernährung und genügend Entspannung eine wichtige Rolle. Stillen braucht Energie – kalorienmässig und emotional. Das kann Ihnen jetzt helfen:
  • Essen Sie ab der Geburt genügend Fisch, nehmen Sie ein Fischölpräparat. 
  • Sie müssen nicht von vornherein Lebensmittel weglassen, nur weil Sie denken, Ihr Kind vertrage sie nicht. Wenn es auf etwas Bestimmtes reagiert, können Sie es immer noch vom Menüplan streichen. Gestillte Babys vertragen in der Regel, was ihren Müttern während der Schwangerschaft guttat. 
  • Solange Sie stillen, sollten Sie nicht extra abnehmen. Purzeln ein paar Kilos von selbst, ist das in Ordnung
  • Wahrscheinlich haben Sie manchmal Stimmungsschwankungen und viel mehr Lust auf Süsses.
  • Solange Sie stillen, sollten Sie Ihr Multivitamin-Mineralstoffpräparat weiter nehmen. Ihr Bedarf an fast allen Nährstoffen ist erhöht. 
  • Sind Sie todmüde nach einer strengen Nacht? Beginnen Sie den Tag mit frischen Früchten und viel Flüssigkeit. So kommen Sie rasch wieder auf Touren.
  • Trinken Sie genug. Sie benötigen Flüssigkeit, um die Muttermilch zu produzieren, und Sie schwitzen mehr. Aber bitte keine zuckerhaltigen Getränke!
  • Essen Sie mindestens fünf Portionen Früchte, Gemüse und/oder Salat pro Tag. Das bekommt Ihrer Figur und Ihrem Vitaminhaushalt.
  • Achten Sie auf eine ausreichende Eiweisszufuhr (Fleisch, Fisch, Eier, Hülsenfrüchte, Milchprodukte), diese sättigen besonders gut und lange. 
  • Konsumieren Sie täglich drei Portionen Milch und Milchprodukte. Milch ist einer der besten Kalziumlieferanten. In den letzten Jahren haben verschiedene Studien den fettverbrennenden Effekt von Kalzium untersucht. Es gibt überzeugende Beweise dafür, dass viel Kalzium zum Essen die Fettverbrennung direkt nach einer Mahlzeit, vielleicht sogar für den ganzen restlichen Tag, ankurbelt. Wenn Sie Milch nicht vertragen, greifen Sie zu einem kalziumreichen Mineralwasser.
  • Vielleicht stillen Sie gerne im Liegen. Dann können Sie sich etwas erholen und vielleicht gleichzeitig etwas lesen, während das Baby trinkt. Kaufen Sie sich ein gutes Stillkissen. Es wird Ihrem Baby auch nicht schaden, wenn Sie während des Stillens mal fernsehen. Hauptsache, es geht Ihnen gut dabei und Sie können etwas entspannen.
  • Gönnen Sie sich immer wieder etwas Gutes für sich allein (Schaumbad, Coiffeurbesuch, Mittagsschlaf, Lesen). Je besser es Ihnen als Mutter geht, umso weniger essen Sie über Ihr Bedürfnis.
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 Tipp

Rund um den Milcheinschuss und das Stillen ist es sehr wichtig, dass keine Brustentzündung auftritt. Achten Sie darauf, dass die Milchdrüsen gleichmässig geleert werden, allenfalls mit sanftem Ausmassieren und mit einem Wechsel der Stillposition. Immer gut: Ein Vorrat an Magerquark im Kühlschrank. Damit lassen sich hervorragend kühlende und entzündungshemmende Quarkwickel machen, die gereizte Brustregionen kühlen: Quark auf Gazewindel streichen, einschlagen, so lange auf der Brust belassen, bis der Quark warm wird.

Bevor Sie bei Stillproblemen aufgeben, suchen Sie professionelle Hilfe. Wenden Sie sich zum Beispiel an Stillberaterinnen (www.stillen.ch). Weitere Informationen zum Stillen finden Sie bei Stillförderung Schweiz.

Stillen in der Öffentlichkeit

Stillen, wo Fremde zusehen können? Das polarisiert. Ein vor Hunger schreiendes Baby aber auch. Diese Tipps helfen:
  • Suchen Sie sich unterwegs rechtzeitig, bevor es akut wird, einen Platz, an dem Sie möglichst in Ruhe stillen können. Fragen Sie im Restaurant, ob Sie sich irgendwohin zurückziehen können. Je familienfreundlicher der Ort, umso akzeptierter ist das Stillen (Spielplatz, Familienhotel oder -restaurant, siehe z. B. mamamap.ch). Auch immer gut: Stillen in der freien Natur, im Wald, auf einer Wanderung an einem ruhigen Plätzchen.
  • Überlegen Sie sich vor dem Verlassen des Hauses, welche Kleidung für das Stillen unterwegs am zweckmässigsten ist. Ungeeignet sind ganze Kleider; alles, was zweiteilig ist, insbesondere Blusen, eignet sich besser.
  • Das Tragetuch, eine Jacke oder eine Gazewindel können als Sichtschutz dienen.
  • Nehmen Sie beim Stillen, aber auch beim Wickeln, Rücksicht auf das Empfinden anderer Menschen, die vielleicht keine nackte Haut sehen möchten. 
  • Ihr Baby trinkt am ruhigsten, wenn auch Sie entspannt und ungestört sind und sich nicht noch dafür rechtfertigen müssen, weil Ihnen jemand reinredet.

Stillen – wie lange?

Rund um die Allergieprävention hat ein Umdenken stattgefunden: Heute ist nicht mehr sicher, ob ein über vier Monate hinausgehendes ausschliessliches Stillen tatsächlich Allergien vorbeugen kann. Inzwischen gibt es sogar Hinweise, dass eine längere Vollstillzeit und damit eine spätere Einführung der Beikostfütterung eher zu mehr Allergien führen könnten. Dies gilt offenbar vor allem für die Entwicklung einer frühkindlichen atopischen Dermatitis (Ekzeme, Neurodermitis). Frühe Beikosteinführung kann gemäss heutigem Wissensstand als Training für das Immunsystem aufgefasst werden. Trotzdem sollten Sie parallel dazu weiterstillen. Muttermilch hat schliesslich viele weitere Vorteile.

 Tipp

Milch abpumpen? Probieren Sie es rechtzeitig vor Wiederaufnahme der Berufstätigkeit oder dem ersten geplanten Ausgang ohne Baby aus. Nicht alle Frauen pumpen gerne ab, und viele Babys trinken die abgepumpte Milch nur dann, wenn sie ihnen von jemand anderem als der Mutter geschöppelt wird, denn direkt ab der Quelle schmeckt sie einfach am besten.

Dank Muttermilch kein Übergewicht

Wahrscheinlich schützt Stillen bzw. Muttermilch das Baby gegen späteres Übergewicht, weil es vor zu schneller und zu grosser Gewichtszunahme im Säuglingsalter bewahrt. Mitverantwortlich für das langsamere Wachstum ist der im Vergleich zu Säuglingsnahrungen geringere Eiweissgehalt in der Muttermilch. Auf alle Fälle zeigen neue Studien aus Dänemark, dass bei gestillten Säuglingen der Blutspiegel an wachstumsfördernden Hormonen (Insulin und IGF-1) niedriger ist als bei Kleinkindern, die gekaufte Säuglingsmilch erhalten. Kinder, die bis zum neunten Lebensmonat gestillt oder teilgestillt werden, wiegen gemäss Studien bis zum 18. Lebensmonat weniger als nicht so lange gestillte. 

 Info

Einige Studien zeigen sogar bei Kindern bis zum Alter von zwei Jahren, dass eine verminderte Eiweisszufuhr – also Muttermilch statt gekaufter Säuglingsmilch – die Gewichtszunahme normalisiert. Wenn Sie Ihr Kind also bis zum zweiten Geburtstag stillen möchten, tun Sie damit etwas Gutes. 

 Tipp

Sie können oder wollen nicht stillen? Ihr Kind gedeiht auch mit einer gekauften Säuglingsmilch gut. Zudem ist Stillen zwar ein wichtiger, aber in einer Reihe ganz verschiedener Faktoren längst nicht der einzige, der Übergewicht vorbeugen kann. 

Wichtiges Vitamin D für Mami und Kind

Wenn stillende Mütter über ausreichend Vitamin D verfügen würden, würde mit der Muttermilch auch das Kind versorgt. Da aber die allermeisten Mütter einen dramatischen Mangel haben, ist die Muttermilch sehr arm an Vitamin D. Umso wichtiger ist dann, dass dieses Vitamin über die Haut des Kindes gebildet wird. Doch dies ist für Mami und Baby in unseren Breitengraden vor allem im Winterhalbjahr nicht möglich, weil die Sonneneinstrahlung die notwendige Mindestintensität nicht erreicht. Und im Sommer schützt eine starke Sonnencreme Babys Haut – auch sie bremst die Bildung von Vitamin D. Deshalb werden für Babys standardmässig Vitamin-D-Tropfen empfohlen – es ist wichtig, dass Sie diese regelmässig verabreichen. Auch für Sie ist das Vitamin zentral: Ob Sie unterversorgt sind, kann Ihnen Ihre Ärztin sagen und Ihnen Massnahmen empfehlen. 

Stillen und Sport

Da sich die überdehnten Bänder, die Gebärmutter und der Beckenboden erst wieder zurückbilden und neu straffen müssen, sollten sich auch sportliche Frauen nach der Geburt einige Wochen zurückhalten und zuerst den Beckenboden wieder trainieren, bevor sie zu anderen Aktivitäten wechseln. Stillen hingegen ist kein Grund, auf Sport zu verzichten. Ihre Brust ist jetzt zwar grösser und schwerer. Deshalb lohnt es sich, einen bequemen, nicht einengenden, aber dennoch gut stützenden BH zu tragen. Warnungen wie diejenige, dass die Milch durch Sport sauer wird, können Sie getrost vergessen. Wenn Sie sich nicht allzu arg strapazieren, schmeckt Ihre Milch dem Baby genauso gut. Dennoch lohnt es sich, vor dem Sport zu stillen, denn eine leere Brust ist leichter, fühlt sich besser an und belastet den Rücken weniger. Bedenken Sie zudem, dass Sie während der Stillzeit eher mehr schwitzen und sowieso mehr Flüssigkeit für die Milchbildung benötigen. Kommt der Schweissverlust durch den Sport hinzu, kann es eng werden. Trinken Sie deshalb unbedingt regelmässig und genug. Ein Flüssigkeitsmangel kann die Milchmenge reduzieren. 

 Tipp

Meiden Sie während der Stillzeit öffentliche Whirlpools und Kinderplanschbecken, um einer Brustentzündung durch unerwünschte Keime vorzubeugen. Sehr kühles Wasser könnte die Milchmenge beeinträchtigen, deshalb eher in wärmerem Wasser schwimmen.
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