Knabe liest Buch
STURZ AUF DEN KOPF    

Gehirnerschütterung

Nach einem Aufprall auf den Hinterkopf werden die Kopfschmerzen immer stärker. Hinzu kommt Übelkeit und Erbrechen: eine Gehirnerschütterung? Erfahren Sie, wie Sie Kopfverletzungen vorbeugen können und was der Arzt bei Verdacht auf eine Gehirnerschütterung macht.

Sie sind beim Skifahren gestürzt und dabei mit dem Hinterkopf auf die Piste aufgeschlagen. So richtig heftig war es gar nicht, aber Sie fühlen sich kurz ein wenig benommen, können aber nach ein paar Minuten Pause weiterfahren. Am Abend haben Sie zunehmend stärker werdende Kopfschmerzen, Ihnen ist übel und Sie müssen sich übergeben. Höchste Zeit, einen Arzt aufzusuchen. Er muss klären, ob Ihr Hirn nur erschüttert worden ist (Hirnerschütterung, Commotio cerebri) oder ob eine ernsthafte Verletzung (Prellungen des Hirns oder Blutungen) vorliegt.

Ein Schlag auf den Kopf, beispielsweise beim Kopfball, der Sturz vom Fahrrad oder bei kleinen Kindern der Fall vom Klettergerüst können Auslöser einer Gehirnerschütterung sein. Zu einer Gehirnerschütterung kommt es, wenn durch den Aufprall des Kopfes die Flüssigkeit, die unser Gehirn umgibt, so stark beschleunigt wird, dass die Nerven und Nervenfasern gereizt werden. Die Nervenreizung löst Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen aus. Ist der Aufprall so heftig, dass das Gehirn an den Schädelknochen anschlägt, spricht man von einer Prellung des Hirns (Contusio cerebri). Dann kann an der entsprechenden Stelle des Gehirns eine Schwellung entstehen. Der Übergang zwischen Gehirnerschütterung und Hirnprellung ist fliessend und durch die auftretenden Symptome, also Bewusstlosigkeit, Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, nicht zu unterscheiden, da diese bei beiden Verletzungen auftreten können. Ob Sie vom Sturz beim Skifahren also eine Gehirnerschütterung oder eine Hirnprellung erlitten haben, kann nur durch ein Bild (Magnetresonanztomografie, MRI) entschieden werden.

Aber nicht jede Prellung des Kopfes führt zu einer Gehirnerschütterung. Wenn Sie sich den Kopf irgendwo anstossen, gibt es meistens nur eine schmerzhafte äussere Schwellung, die nach ein paar Tagen wieder verschwunden ist.

 

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DAS MACHT DER ARZT

Wenn es einen Unfall mit Verdacht auf Gehirnerschütterung gab, sollten Sie immer einen Arzt aufsuchen. Gerade wenn Sie kleine Kinder haben und diese gestürzt sind, ist es nachher schwierig, zu erfragen, wie der Unfall passiert ist, ob der Kopf wirklich auf den Boden aufgeschlagen ist und wie es Ihrem Kind denn geht. Kinder können noch keine zuverlässigen Angaben machen, ob sie Kopfschmerzen haben oder ob ihnen übel ist! Gehen Sie bei Zweifeln zum Kinderarzt.

Sie selber sollten bei folgenden Symptomen auf jeden Fall zum Arzt:

•    nach Bewusstlosigkeit
•    Erbrechen
•    starke Übelkeit
•    Erinnerungslücken in Bezug auf die Zeit vor dem Unfall
•    Sprachstörungen
•    starke Schwindelgefühle
•    zunehmende Kopfschmerzen

Auch hier gilt: Wenn Sie Zweifel haben, gehen Sie lieber zum Arzt. Für jeden Laien ist es schwierig abzugrenzen: Sind das noch leichte Kopfschmerzen oder doch schon schwere, ist das normale Übelkeit oder schon auffällige Übelkeit?

Ihr Arzt wird Sie gründlich untersuchen und gegebenenfalls ein Bild von Ihrem Gehirn (MRI) machen lassen. Je nach Diagnose dürfen Sie dann entweder wieder nach Hause oder müssen zur Beobachtung und Behandlung ins Krankenhaus.

Achtung: Wenn Sie bewusstlos waren und Sie sich schlecht fühlen, sollten Sie einen Notfallarzt rufen. Und bitte fahren Sie nach einem Unfall mit Bewusstlosigkeit auf keinen Fall selbst Auto!
 

 

 

DAS KÖNNEN SIE SELBST TUN

Bei Kopfverletzungen ist es relativ schwierig zu entscheiden, ob man einen Arzt benötigt oder eher nicht. Wenn Sie sich unsicher sind, gehen Sie lieber einmal zu viel als zu wenig zu Ihrem Arzt. Bewahren Sie Ruhe und lassen Sie sich zum Arzt begleiten.

Für viele sportliche Aktivitäten gilt: Schützen Sie Ihren Kopf und den Ihrer Kinder mit geeigneten Helmen! Helme sind zwar mitunter lästig, sind aber der effektivste Schutz für unseren Schädel und damit unser Gehirn. Und wenn Sie Ihr Kind früh an das Helmtragen gewöhnen, ist es später eine Selbstverständlichkeit. So wie für Sie der Gurt beim Autofahren. Tests von geeigneten Kinderhelmen finden Sie unter www.ktipp.ch/tests. Wenn Sie ein bisschen suchen, finden Sie sicher einen Helm, der auch Ihrem Kind gefällt.

Sie selbst können als Vorbeugung gegen diese und andere Verletzungen Ihre Koordination trainieren. Stürze – im Alltag und beim Sport – entstehen häufig aus motorischer Überforderung: Stehen Sie mal beim Zähneputzen auf einem Bein, balancieren Sie über einen Balken, den Randstein, oder üben Sie auf einem Wackelbrett. Das macht Spass und in kritischen Situationen können Sie dann besser reagieren und Stürze verhindern. Das Gleiche gilt für Ihren Nachwuchs: Koordination muss gelernt werden: Judo, klettern, balancieren und dem Ball hinterherjagen sind alles Fähigkeiten, die auf Dauer Unfälle verhindern helfen.