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EINMAL BERÜHRT    

Kontaktallergie

Schon wieder dieses juckende Ekzem! Vielleicht verursacht durch eine Kontaktallergie? Erfahren Sie, was Sie selbst tun können und wie der Arzt mit Allergietests wie dem Epikutantest den Auslöser aufspürt.

Zuerst wissen Sie nicht so genau, warum Sie im Nacken und an den Handgelenken diesen juckenden Ausschlag bekommen. Nach einiger Zeit stellen Sie fest, dass es das neue Parfüm sein muss, das diese Reaktion auslöst. Sie können sich erinnern, dass Sie schon einmal einen ähnlichen Ausschlag beim Tragen eines Armbandes hatten. Seitdem müssen Sie vorsichtig mit Modeschmuck sein.

Auslöser für das Kontaktekzem ist häufig das in Modeschmuck, aber auch in Cremes und Parfüms enthaltene Nickel. Winzige Partikel, die durch die Hautoberfläche gelangen, führen dazu, dass das Immunsystem auf diesen Stoff reagiert. Am Anfang nur wenig, später dann immer heftiger mit Hautrötung, Jucken und teilweise sogar Bläschenbildung. Aber nicht nur Nickel, sondern prinzipiell jeder Stoff, z. B. Latex, Duftstoff, Konservierungsmittel, kann zu einer allergischen Reaktion der Haut führen. Vermeiden geht nicht immer: Müssen Sie beruflich beispielsweise Latexhandschuhe tragen, wird es schwierig. Zwar gibt es immer mehr Produkte ohne Latex, aber auch dort können sogenannte «Kreuzreaktionen» auftreten, das heisst, Ihre Haut reagiert auch mit anderen Stoffen – nicht so heftig, aber immerhin so stark, dass ein entspanntes Arbeiten nicht möglich ist. Manchmal hilft nur, den Beruf zu wechseln.

 

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DAS KÖNNEN SIE SELBST TUN

Bei Ekzemen (entzündlichen Hautausschlägen) können kühle Umschläge, getränkt mit schwarzem Tee, die Abheilung beschleunigen. Logisch, bei einer Kontaktallergie gilt: Wenn Sie mit den allergieauslösenden Stoffen nicht beruflich zu tun haben, sollten Sie Produkte mit den Allergenen einfach meiden. Im Beruf geht das für viele Betroffene nicht: Da kann es helfen, wenn Sie z. B. Handschuhe tragen. Allerdings können diese wiederum bei einigen Menschen eine Allergie auslösen. Das Beispiel Latexhandschuhe haben wir oben schon beschrieben. Bei nur leichter Beeinträchtigung der Haut kann auch ein Einsatz von Hautschutzsalben sinnvoll sein, wobei rückfettende Hautcremes den besten Schutz bieten. Sollten Sie trotz geeigneter Schutzmassnahmen aufgrund Ihres Berufes ständig Probleme mit der Haut haben und eine innerbetriebliche Versetzung nicht möglich sein, ist in letzter Konsequenz ein Berufswechsel unumgänglich. Die Berufsverbände sind gesetzlich verpflichtet, Ihnen auf diesem Weg zu helfen. Manche tun das auch tatsächlich. Besonders häufig sind allergiebedingte Berufswechsel bei Krankenschwestern, Maurern und Friseuren. Sie haben vermehrt Kontakt mit allergenen Materialien.

Wenn Sie die Substanzen kennen, gegen die Sie allergisch sind, sollten Sie diese abchecken. Unter www.blv.admin.ch finden sich Angaben zu Inhaltsstoffen von Lebensmitteln und Gebrauchsgegenständen.

 

Kontaktallergie Nesselsucht: eine heftige allergische Überempfindlichkeitsreaktion

DAS MACHT DER ARZT

Durch eine ausführliche Befragung wird Ihr Arzt herauszufinden versuchen, welche Substanz bei Ihnen der Auslöser für die Allergie ist. Haben Sie in letzter Zeit ein neues Parfüm verwendet, ein neues Duschgel oder Waschmittel, tragen Sie neuen Schmuck oder haben Sie die Beschwerden nur während der Arbeitswoche? Wichtig für den Arzt ist auch, ob in Ihrer Familie Allergien bekannt sind. So kann er das Spektrum der möglichen Allergiequellen eingrenzen.

Zur Identifizierung des Allergens wird dann bei Ihnen häufig ein Allergietest oder genauer: Epikutantest (siehe Kasten) durchgeführt.

Haben Sie durch den Kontakt mit dem Stoff einen starken Ausschlag bekommen, kann es sinnvoll sein, dass Ihr Arzt eine kortisonhaltige Creme verschreibt. Manchmal, in sehr ausgeprägten Fällen, sind sogar für einige Tage Kortisontabletten notwendig.

 

Allergietest

Was wird gemacht? Wenn der Verdacht besteht, dass Sie an einer Kontaktallergie leiden, hilft der Epikutantest weiter. Hierzu werden die verdächtigen Testsubstanzen mit Pflastern für einen oder zwei Tage auf Ihren Rücken geklebt. Wenn die Pflaster entfernt werden, wird die Hautreaktion überprüft und dann noch einmal nach einem Tag.

Das Ergebnis: Sind Sie auf einen Stoff allergisch, tritt an der entsprechenden Stelle ein kleines Ekzem auf und es wird jucken.

Aufpassen: Während ein solcher Allergietest läuft, sollten Sie nicht schwimmen gehen, nicht schwer arbeiten und auch die Sauna meiden, denn dadurch würde das Ergebnis verfälscht. Auch Solariumsbesuche sind tabu.