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FENSTER ZU!    

Pollenallergie

Die Augen tränen, Sie müssen niesen: Pollen liegen in der Luft. Erfahren Sie, was Sie selbst gegen Heuschnupfen und bei einer Pollenallergie tun können und wann Sie zum Arzt sollten.

Alle Welt ist fröhlich, weil es endlich wieder Frühling wird und die ersten Bäume und Sträucher blühen, aber Sie gehören nicht dazu: Ihre Augen tränen und Sie müssen niesen. Schon im Januar kann es nach milden Wintern mit den Hasel- und Erlenblüten losgehen. Die Allergiesaison endet erst im Spätsommer mit der Getreideblüte. Schuld daran ist eine genetische Fehlprogrammierung: Ihr Immunsystem erkennt die Pollen fälschlicherweise als schädliche Erreger und bildet dagegen Antikörper. Beim nächsten Kontakt wird der Botenstoff Histamin freigesetzt. Dieser ist dafür zuständig, dass Augen und Nase triefen.

Aber nicht nur die Genetik spielt eine Rolle beim Heuschnupfen, sondern zusätzlich auch veränderte Lebensumstände wirken sich ungünstig aus: optimierte Hygienebedingungen (so eine Theorie), mehr Luftverschmutzung und mildere Winter. Pollen der frühblühenden Bäume fliegen heute im Durchschnitt drei Wochen früher als noch vor 20 Jahren. Aber nicht genug damit, dass die Pollen tränende Augen und Nase verursachen und so Schlaf, Freizeit und berufliche Leistung stören. Unbehandelt kann die Allergie die «Etage» wechseln und dann zusätzlich noch ein allergisches Asthma mit Husten und Atemproblemen auslösen. Dies können Sie durch eine rechtzeitige Therapie verhindern oder zumindest verzögern. Manchmal weitet sich die Pollenallergie auch auf Lebensmittel aus. Viele Nüsse, Getreidesorten, Früchte oder Gemüse sind biologisch eng mit den Blütenpollen verwandt. Birkenpollenallergiker beispielsweise reagieren häufig auch auf Nahrungsmittel wie Äpfel, Birnen, Pflaumen und Mandeln. Man spricht dann von Kreuzallergien.

 

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DAS KÖNNEN SIE SELBST TUN

Sie sollten alles tun, um möglichst wenig mit den Pollen in Kontakt zu kommen. Achten Sie insbesondere darauf, dass Sie die Schlafzimmerfenster schliessen.

1    Besorgen Sie sich einen Pollenkalender und achten Sie auf die aktuellen Vorhersagen. Der Pollenflug ist gegen fünf Uhr am Morgen am stärksten.

  Wechseln Sie häufig Ihre Kleidung und trocknen Sie die Wäsche im Haus.

  Mitunter hilft es, wenn Sie vor dem Schlafen duschen, um Ihren Körper, besonders die Haare, von den Pollen zu befreien. Waschen Sie auch Kamm oder Bürste aus.

  Nehmen Sie soweit notwendig Ihre vorbeugenden Medikamente rechtzeitig ein, Mittel mit Cromoglizin wirken erst nach ein bis zwei Wochen. Wählen Sie eine Arznei ohne Konservierungsmittel.

5    Um sich Ruhephasen zu verschaffen, legen Sie den Urlaub in die Pollenflugzeit und fahren ans Meer oder ins Hochgebirge.

6    Befreien Sie die Wohnung von Teppichen und Gardinen und saugen Sie häufig Staub. Der Staubsauger sollte mit einem Filter für Schwebstoffe (Hepa-Filter) ausgestattet sein und ein gutes Staubrückhaltevermögen haben.

7    Statten Sie Ihr Auto mit einem Pollenfilter aus und halten Sie beim Fahren die Fenster geschlossen.

 

DAS MACHT DER ARZT

Symptome wie geschwollene und tränende Augen, verstopfte Nase und ständiges Niesen treiben Sie zwangsläufig zum Arzt. In der Akutphase eines Heuschnupfens (Pollinosis) verschreibt der Arzt Ihnen Antihistaminika, Nasensprays und Augentropfen. Ist die Symptomatik bei Ihnen stark ausgeprägt, können auch Sprays mit Kortison notwendig sein. Auf die teilweise noch verbreitete intramuskuläre Kortisondepotspritze sollten Sie nicht mehr zurückgreifen. Die Langzeitwirkung kann unerwünschte Nebenfolgen auslösen. Eine gute Alternative bei Allergien bietet die Akupunktur, speziell die kontrollierte Ohrakupunktur (www.sacam.ch).

Um den «Etagenwechsel» zu verhindern, ist es wichtig, dass Ihr Arzt den Auslöser der allergischen Reaktion bestimmt. Hierzu werden bei Ihnen verschiedene Allergene auf oder in die Haut eingebracht. Dann wird die Hautreaktion ausgewertet (Pricktest).

Wenn die Stoffe identifiziert sind, die bei Ihnen die Niesattacken auslösen, kann Ihr Immunsystem trainiert werden, die Stoffe wieder zu akzeptieren und nicht übermässig darauf zu reagieren (Hyposensibilisierung). Die Allergene werden Ihnen dazu in ansteigender Dosierung mit einer dünnen Nadel ins Unterhautfettgewebe gespritzt. Entscheidend ist, dass Sie die Injektionen konsequent und regelmässig bekommen. Zu Beginn der Hyposensibilisierung müssen Sie wöchentlich für die Injektion zum Arzt, nach einiger Zeit ist nur noch eine Injektion pro Monat notwendig, damit Ihr Immunsystem gegenüber den Pollen tolerant bleibt. Acht von zehn Patienten profitieren von der Therapie: Manchmal sind die Symptome komplett verschwunden, manchmal sind weniger Medikamente nötig, und fast immer kann der gefürchtete «Etagenwechsel» verhindert werden. Allerdings: Sie müssen die Therapie konsequent drei Jahre lang durchhalten, damit Triefnase und Co. der Vergangenheit angehören.