Operation des Grauen Star: mit guter Vorbereitung zu einem guten Ergebnis

Operation des Grauen Star: mit guter Vorbereitung zu einem guten Ergebnis

Beim Grauen Star, auch Katarakt genannt, wird die Linse im Auge trübe. Bei fortgeschrittener Linsentrübung sieht die Pupille der erkrankten Person grau aus. Die oder der Betroffene hat auch oft einen starren Blick ­– so erklärt sich der Name «Grauer Star». In unserem Fall hat Frau B. kürzlich die Diagnose «Grauer Star» erhalten. Beim Gesundheitskompass der CONCORDIA holt sie sich weitere Informationen bezüglich den Behandlungsmethoden, damit sie sich mit einem gutem Gewissen und gut informiert entscheiden kann.

So erhielt auch Frau B., 72 jährig, vor kurzem die Diagnose «Grauer Star». Die Konturen sind verschwommen, die Farben erscheinen ihr matt und bei Dunkelheit wird sie von Lampen geblendet. Weil sie sich durch diese Symptome eingeschränkt fühlt, hat sie sich für eine Katarakt-Operation entschieden. Die ersten Abklärungen hat Frau B. bereits hinter sich. Die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten sowie die finanziellen Auswirkungen haben Frau B. verunsichert. Sie ruft beim Gesundheitskompass der CONCORDIA an und holt sich Antworten auf ihre Fragen.

 

Ist die Wahl der Operationsmethode eine Kostenfrage?

Die Katarakt-Operation wird ungefähr 100'000 Mal pro Jahr in der Schweiz durchgeführt und ist damit die häufigste Augenoperation. Bei dem kurzen Eingriff wird die meist altersbedingt getrübte Augenlinse durch eine Kunstlinse ersetzt. Die Operation stellt die einzige Behandlungsmöglichkeit dar.

Frau B. berichtet im Beratungsgespräch mit der Fachberaterin vom Gesundheitskompass, dass ihr Augenarzt die Operation per Laser vorschlägt. Mit dem Laser würde präziser gearbeitet und man könne so auch den Heilungsverlauf beschleunigen. Frau B. ist aber erschrocken, als sie erfahren hat, dass sie bei dieser Methode für 2'000 Franken pro Auge selber aufkommen müsse. Sie möchte wissen, warum die Krankenversicherung nicht die Gesamtkosten dafür vergüte.
Operation des Grauen Star: mit guter Vorbereitung zu einem guten Ergebnis

Standard- und Lasermethode bringen bei Katarakt-Operationen gleich gute Ergebnisse

Die Beraterin erklärt Frau B., dass die Krankenversicherung die sogenannte Standardmethode (Phakoemulsifikation) vergütet. Bei dieser Methode wird die getrübte Linse per Ultraschall zertrümmert und abgesaugt. Die Lasermethode (Femto-Laser-Methode) hingegen zerschneidet die Linse, bevor sie abgesaugt wird. Diverse Studien haben beide Methoden gründlich untersucht und konnten nicht beweisen, dass eine der beiden Methoden ein besseres Operationsergebnis hervorbringt. Die Lasermethode ist jedoch um ein Vielfaches teurer als die Standardmethode. Gemäss Krankenversicherungsgesetz ist die Wirtschaftlichkeit eines der Kriterien für sogenannte Pflichtleistungen aus der Grundversicherung. Folglich muss die Patientin oder der Patient die Mehrkosten für die Lasermethode selber tragen.

 

Linsenwahl gemäss den Bedürfnissen des Patienten

Frau B. erkundigt sich weiter über die verschiedenen Linsenarten. Der Augenarzt habe ihr eine Speziallinse (asphärische Linse) vorgeschlagen. Bei dieser muss sie sich jedoch auch an den Kosten beteiligen. Die Beraterin erklärt ihr, dass die Grundversicherung nur die Standardlinsen (sphärische Linsen) vergütet. Diese kann – je nach Bedürfnis der Patientin – entweder die Sicht in die Ferne, in die Nähe oder in einem Mittelbereich korrigieren. Andere Distanzen müssen mit einer Brille korrigiert werden; ebenso Sehschwächen, die vielleicht zukünftig auftreten.
Die Speziallinsen hingegen ermöglichen ein scharfes Sehen in allen Distanzen, womit eine zusätzliche Brille überflüssig werden kann. Die Speziallinsen, auch Premiumlinsen genannt, sind sogenannte Komfortlinsen und gehören aus Gründen der Zweckmässigkeit ebenfalls nicht zu den Pflichtleistungen der Grundversicherung. Die Patientin oder der Patient muss sich deshalb an den Kosten beteiligen. Wie hoch diese Kosten ausfallen, hängt von der Art der gewählten Linse und vom Augenarzt ab. Leider kann man die Preisinformationen pro Augenarzt / Augenzentrum nicht einfach abrufen oder erfragen, sondern man erhält sie nur im Rahmen einer weiteren, kostenpflichtigen Augenarztkonsultation. An den Kosten beteiligt sich die versicherte Person über ihre gewählte Franchise und den Selbstbehalt. Dafür wird unter Umständen die Franchise oder der Selbstbehalt der versicherten Person belastet.

 

Garantiert eine Katarakt-Operation ein brillenfreies Leben?  

Frau B. gibt zu, dass sie zu einer Komfortlinse tendiert. Der Wunsch nach Unabhängigkeit zur Brille ist einfach zu gross. Die Beraterin warnt sie jedoch vor allzu grossen Erwartungen an das Operationsergebnis. Bei der Katarakt-Operation kann die Position der Linse nur geschätzt werden. Eine Abweichung um nur einen Millimeter kann bereits eine Verschiebung von 1,5 Dioptrien bedeuten. Auch können schwache Gewebestrukturen für solche Abweichungen die Ursache sein. Ein bereits vorgeschädigtes Auge, wie zum Beispiel bei Diabetes-Patienten, kann ebenso zu einem nicht optimalen Behandlungsergebnis führen. Die Brillenfreiheit kann somit auch nach einer Katarakt Operation mit Speziallinsen niemals garantiert werden.

 

Gute Vorbereitung auf das Gespräch mit dem Augenarzt ist wichtig

Die Beraterin erklärt Frau B., dass sich viele Versicherte bei der CONCORDIA melden, die unzufrieden mit dem Operationsergebnis sind. Dies vor allem, wenn sie viel Geld aus eigener Tasche bezahlt haben. Häufig liegt jedoch nicht ein vermuteter Behandlungsfehler vor. Vielmehr führen unvollständige oder unverständliche Informationen bei den Arztkonsultationen dazu, dass Patientinnen und Patienten von falschen Erwartungen ausgehen. Deshalb ist es enorm wichtig, das Gespräch mit dem Augenarzt gut vorzubereiten. Frau B. soll sich gezielt Gedanken dazu machen, was sie mit einer Katarakt-Operation genau erreichen will. Ist das zusätzliche Tragen einer Brille nach der Operation für sie akzeptabel oder nicht? Sind bei ihr weitere besondere Umstände in ihrem Alltag zu berücksichtigen wie z. B. häufiges Autofahren bei Nacht, intensives Arbeiten am Computer oder filigrane Arbeiten mit den Händen? Hat sie Vorerkrankungen oder nimmt sie Medikamente, über die sie den Arzt noch nicht informiert hat? Eine Checkliste zur Vorbereitung auf die Augenarztkonsultation steht dazu im Gesundheitskompass zur Verfügung. Die Beraterin rät Frau B. eindringlich eine Vertrauensperson zum Gespräch mitzunehmen, mit der sie sich nach dem Gespräch austauschen kann. Sie soll sich auf keinen Fall zu einer Entscheidung drängen lassen und auch nichts unterschreiben, wenn sie noch nicht sicher ist.

 

Ärztliche Zweitmeinung: Unterstützung
bei medizinischen Entscheidungen

Wenn Sie allgemein unsicher sind, ob eine angeordnete Operation überhaupt notwendig ist und wenn Sie weitere Behandlungsmethoden prüfen möchten, können Sie eine unabhängige und neutrale ärztliche Zweitmeinung einholen. Mit einer Spitalversicherung bei der CONCORDIA ist eine ärztliche Zweitmeinung für Sie kostenlos, wenn Sie diese über das Luzerner Kantonsspital (LUKS) beantragen. 

 

Checkliste: Die Möglichkeiten einer Katarakt-OP

Leiden Sie unter dem Grauen Star (Katarakt) und möchten sich nun operieren lassen? Dann nutzen Sie unsere Checkliste. Sie hilft Ihnen, sich auf das Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt vorzubereiten, damit wichtige Fragen beantwortet werden, bevor Sie sich entscheiden.

Lassen Sie sich nicht drängen!

Bevor Sie sich für eine Operationsmethode oder Linse festlegen, erkundigen Sie sich bei Ihrer CONCORDIA-Agentur oder -Geschäftsstelle nach der Höhe der zu erwartenden Kostenbeteiligung.

Patienteninformation: Was ist der «Graue Star»
und wer ist davon betroffen?

Diese Augenkrankheit tritt typischerweise im zunehmenden Alter auf. Sie kann nur durch eine Operation behandelt werden. Ist die Linse zu stark getrübt, muss man sie operativ gegen eine neue Linse austauschen. Schweizweit wird der Eingriff über 100'000 mal pro Jahr durchgeführt.

Der Graue Star (Katarakt) macht sich meist ab dem 60. Lebensjahr bemerkbar. Folgende Faktoren können die Krankheit hervorrufen oder begünstigen:

  • Alter
  • Augenerkrankungen und Fehlsichtigkeit
  • Stoffwechselerkrankungen (z. B. Diabetes)
  • UV-Strahlen des Sonnenlichts
  • Medikamenteneinnahme (z. B. Kortison)
  • Rauchen, Alkoholkonsum
  • Verletzungen am Auge

Häufig suchen Betroffene einen Augenarzt auf, weil sich ihre Kurzsichtigkeit verschlechtert hat. Weitere typische Symptome und mögliche Hinweise auf die Erkrankung sind:

  • Lichtempfindlichkeit und verstärktes Blendungsempfinden
  • unscharfes Sehen
  • verminderte Kontraste
  • Nachlassen der Farbintensität

Wird der Graue Star nicht behandelt, droht die Erblindung. Und wann sollten sich die Betroffenen operieren lassen? In der Regel dann, wenn sich die Betroffenen in ihrer Lebensqualität eingeschränkt fühlen. Bei der Operation wird die trübe Linse durch eine klare Linse aus Kunststoff ersetzt.

Die Operation kann mit der Standardmethode (mittels Ultraschall) oder mit der Lasermethode durchgeführt werden. Unsere Checkliste zeigt Ihnen die Vor- und Nachteile auf.

Haben Sie Fragen zu medizinischen Themen?

concordiaMed ist die medizinische 24-Stunden-Gesundheitsberatung der CONCORDIA. Ausgewiesene Fachpersonen beraten Sie am Telefon bei allen Fragen und Problemen rund um Krankheit, Unfall, Prävention und Mutterschaft. Auch bei Notfällen im Ausland hilft concordiaMed gerne weiter. Für CONCORDIA-Versicherte ist die Beratung kostenlos.