Eine ältere Person schaut sich mit einem Familienmitglied ein altes Fotoalbum an und versucht sich an die Zeit zu erinnern.

Ein Fall für concordiaMed: 
Vergesslichkeit im Alter – Was ist normal und wann braucht man Hilfe?

Vergesslichkeit im Alter verunsichert viele Menschen. Oft steckt keine Demenz dahinter, sondern Stress, Medikamente oder Durchblutungsstörungen. In diesem Beitrag erklären wir, wann Vergesslichkeit normal ist, welche Gründe dahinterstecken können und wann ein Arztbesuch sinnvoll ist.  Ausserdem wird thematisiert, welche Rolle pflanzliche Präparate dabei spielen können.

   Kurz und einfach

Vergesslichkeit im Alter kommt oft vor
Stress oder Medikamente können Gründe sein
Auch Schwindel kann das Gedächtnis stören
Auch pflanzliche Mittel können helfen

Verordnete Medikamente zu verschiedenen Krankheiten werden von vielen Patientinnen und Patienten häufig mit «Chemiekeulen» gleichgesetzt und entsprechend widerwillig eingenommen, obwohl die Wirkung belegt ist. Im Gegensatz dazu werden pflanzliche Präparate, sogenannte Phytotherapeutika, in der Regel positiv bewertet und als ganzheitliche Therapie mit weniger Nebenwirkungen angesehen. Das Gefühl, aktiv etwas für die Gesundheit zu tun, wird zusätzlich gestärkt. Es darf allerdings nicht vergessen werden, dass auch pflanzliche Präparate unerwünschte Effekte wie Nebenwirkungen, Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten oder Allergien auslösen können.

Es gibt eine Vielzahl pflanzlicher Arzneimittel, die vor allem in der Selbstbehandlung angewendet werden und freiverkäuflich sind, also ohne Rezept eines Arztes in der Drogerie oder der Apotheke gekauft werden können.  Die Wirkung dieser Heilmittel lässt sich aber nicht immer nachweisen oder es fehlen seriöse Studien dazu.

Phytotherapeutika werden auf Antrag von Swissmedic, dem Schweizerischen Heilmittelinstitut, geprüft und zugelassen, wenn bestimmte Kriterien erfüllt sind. Dies bedeutet aber nicht, dass sie deshalb automatisch aus der Grundversicherung vergütet werden. Dafür müssen die Präparate auf der sogenannten Spezialitätenliste des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) aufgelistet sein, wo Preise und Tarife festgelegt sind. Um auf diese Liste zu kommen, muss das Präparat nachweislich wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich sein. Ausserdem benötigt man eine ärztliche Verordnung, also ein Rezept, damit die Kosten über die Grundversicherung vergütet werden können. 

Auf einem Tisch stehen verschiedene Pflanzen, die für eine Phytotherapie weiterverarbeitet werden können

Frau Huber, 78-jährig, ruft bei concordiaMed an.

Frau Huber:
Ich merke seit einiger Zeit, dass ich Probleme mit dem Gedächtnis habe. Das macht mir Sorgen. Ist dies einfach die Altersvergesslichkeit oder muss ich befürchten, dass es Anzeichen einer Demenz sind?

Gesundheitsberaterin von concordiaMed:Wie genau äussern sich denn Ihre Gedächtnisprobleme?

Frau Huber:
Ich weiss z.B. Telefonnummern nicht mehr, die ich immer im Kopf hatte und im Schlaf hätte aufsagen können. Oder ich suche stundenlang nach etwas und kann mich nicht erinnern, wann ich es zuletzt gebraucht habe.

Gesundheitsberaterin:
Fällt es Ihnen denn schwer, sich zu konzentrieren?

Frau Huber:
Ja, ein bisschen schon. Vor allem, wenn ich etwas suche oder mich nicht an Namen oder Telefonnummern erinnern kann, gerate ich in Stress und dann komme ich gar nicht weiter.

Gesundheitsberaterin:
Leiden Sie unter Umständen auch an Schwindel?

Frau Huber:
Ja, tatsächlich hatte ich in letzter Zeit ein bisschen Schwindel, der aber immer wieder weggegangen ist.

Gesundheitsberaterin:
Wie steht es denn um Ihre Gemütslage? Merken Sie, dass Sie weniger Antrieb für gewisse Aktivitäten haben, sind Sie grundlos traurig oder meiden Sie den Kontakt mit anderen Menschen?

Frau Huber:
Nein, ich treffe mich weiterhin mit meinen Freundinnen und gehe auch gerne ins Theater oder an Konzerte. Ich fühle mich nicht antriebslos, sondern gehe meinen normalen Aktivitäten nach.

Gesundheitsberaterin:
Haben Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin bereits über die Symptome gesprochen?

Frau Huber:
Nein, ich habe erst in ein paar Wochen wieder einen Termin und wollte deswegen nicht extra einen Termin bei meiner Hausärztin abmachen.

Gesundheitsberaterin:
Solche Gedächtnisstörungen können einfache Ursachen haben, wie beispielsweise Stress und damit verbundene Konzentrationsprobleme. Auch eine Depression kann solche Symptome auslösen. Manchmal sind Durchblutungsstörungen daran schuld, die sich häufig in Form von Schwindel äussern. Aber natürlich könnten die Symptome auch auf eine dementielle Entwicklung hindeuten. Ihre Hausärztin kann eine Auslegeordnung machen, einfache Tests durchführen und bei Bedarf weitere Untersuchungen anordnen.

Deshalb empfehle ich Ihnen, den Termin bei Ihrer Hausärztin vorzuziehen, damit Sie sich jetzt nicht noch wochenlang Sorgen machen.

Frau Huber:
Kann man gegen die Gedächtnisstörungen überhaupt etwas tun?

Gesundheitsberaterin:
Das kommt auf die Ursache an. Depressionen kann man mit Medikamenten oder Therapien behandeln. Bei Durchblutungsstörungen werden häufig durchblutungsfördernde Mittel eingesetzt, die auf Gingko basieren und somit pflanzlich sind. In der Altersmedizin werden solche Produkte oft verwendet und sind sehr gut verträglich. Es gibt darunter auch Produkte, die über die Grundversicherung vergütet werden.

Zunächst ist es aber wichtig, die Ursache Ihrer Gedächtnisstörungen abzuklären. Erst dann lässt sich die passende Behandlung einleiten.

Frau Huber:
Danke für die Beratung. Ich werde jetzt sofort in der Praxis anrufen, um meinen Termin zu ändern.

Gesundheitsberaterin:
Wenn ich Ihnen etwas raten darf: Bereiten Sie das Gespräch schon zuhause vor, indem Sie Sie alle Symptome aufschreiben, die Sie bemerkt haben. Wichtig ist auch, dass Sie Ihrer Ärztin sagen, seit wann Sie darunter leiden und wann und unter welchen Umständen die Symptome auftreten. Notieren Sie auch Ihre Fragen an die Ärztin. Lassen Sie sich alles genau erklären und haben Sie keine Angst nachzufragen, wenn Sie etwas nicht verstehen. Erfahrungsgemäss ist es auch besser, wenn man bei einem solchen Arzttermin nicht allein ist, sondern eine Vertrauensperson mitnimmt. Vier Ohren hören mehr als zwei und Sie müssen keine Angst haben, dass Sie vielleicht etwas missverstanden oder nicht gehört haben.

Frau Huber:
Das ist eine gute Idee. Ich nehme meine Tochter mit, wenn es geht. Dann bin ich wahrscheinlich auch nicht so nervös.

Gesundheitsberaterin:
Tun Sie das. Alles Gute für Sie.

 

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