Knabe liest Buch
ERST TROPFT DIE NASE …    

Erkältung und Co.

Der Hals kratzt, die Näse läuft. Sie fühlen sich schlapp. Nur eine Erkältung? Erfahren Sie, was Sie gegen Erkältungen, bei Grippe, Bronchitis und Co. tun können und wann Sie zum Arzt sollten.

Sie fühlen sich schlapp, alle Glieder tun weh, bei der kleinsten Anstrengung müssen Sie schwitzen und die Nase läuft. Später kommt ein hartnäckiger Husten dazu und Ihre Temperatur ist erhöht. Sie sind sich nicht sicher, was Sie haben: Erkältung, Grippe, Bronchitis, Sinusitis oder Angina, die Begriffe vermischen sich, die Erkrankungen machen teilweise ähnliche Beschwerden, sind aber nicht identisch. Am häufigsten erwischt Sie im Winter die banale Erkältung (grippaler Infekt). Verantwortlich hierfür ist eine Vielzahl von Viren – nur nicht das Influenza-Virus. Das Influenza-Virus ist ausschliesslich für die deutlich schwerer verlaufende «echte» Grippe verantwortlich.

Bei einer Bronchitis ist Ihr Lungengewebe entzündet. Sie husten viel und haben teilweise einen Muskelkater vom vielen Husten. Die Bronchien können von Bakterien oder Viren angegriffen werden. Häufig sind Mischformen: Aufgrund eines grippalen Infektes ist die Immunabwehr geschwächt und damit haben die Bakterien ein leichtes Spiel. Meistens bemerken Sie eine bakterielle Infektion, wenn Sie viel verfärbten Schleim abhusten müssen.

Schliesslich kommt noch die Mandelentzündung (Angina tonsillaris) ins Spiel: starke Schmerzen beim Schlucken, geschwollene Halslymphknoten und erhöhte Temperatur. Die Mandelentzündung kann Sie das ganze Jahr erwischen, aber virale Infektionen in der kalten Jahreszeit begünstigen ihr Auftreten.

 

DAS KÖNNEN SIE SELBST TUN

Der wirkungsvollste Schutz gegen Infektionen aller Art ist mindestens 20 Sekunden langes Händewaschen mit Seife und lauwarmem Wasser. Es ist zwar übertrieben, dass Sie sich nun nach jedem Händeschütteln die Hände waschen, aber mehrmals am Tag kann helfen, das Infektionsrisiko zu vermindern. Vorteil: Risiken und Nebenwirkungen sind zu vernachlässigen. Medikamente, Nahrungsergänzungsmittel und Co., die vollmundig einen Schutz vor Infektionen versprechen, helfen wenig bis gar nicht.

Ansonsten bleibt Ihnen nur die Symptombekämpfung: Die verstopfte Nase und die Entzündung der Nasennebenhöhlen können Sie durch die Inhalation von heissem Wasserdampf bekämpfen – Zurückhaltung ist hier für Asthmatiker geboten, sie sollten stattdessen Salzwassernasensprays nutzen. Inhalieren und Rotlichtbestrahlung der Nasennebenhöhlen ist die perfekte Kombination, um festsitzendem Schleim zu Leibe zu rücken. Für die Nacht kann Ihnen Nasenspray (ohne Konservierungsmittel) kurzfristig die Atmung erleichtern. Ausserdem sollten Sie, wenn Sie alleine sind, den Schleim lieber hochziehen, denn bei zu starkem Schnäuzen wird er mit hohem Druck in die Nasennebenhöhlen verteilt.

Bewährte Hustenmittel sind, neben schleimlösenden Massnahmen (Inhalationen, Rücken abklopfen), Brustwickel und Kräutertees (z. B. Malve, Thymian, Eibisch und Fenchel).

Zusätzlich müssen Sie ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen, da Sie durch die erhöhte Körpertemperatur vermehrt schwitzen.

Bei starken Kopf- und Gliederschmerzen hilft Ihnen Ibuprofen. Zur Fiebersenkung können Sie neben Wadenwickeln Paracetamol, Ibuprofen oder Azetylsalizylsäure einnehmen. Ohne Therapie dauert die Erkältung sieben Tage, mit Behandlung etwa eine Woche – mit Therapie ist sie aber erträglicher.

 


 

DAS MACHT DER ARZT

Gegen die Grippe können Sie sich jährlich impfen lassen – besonders, wenn Sie eine chronische Krankheit wie Asthma, Diabetes oder eine Herzkrankheit haben. Achtung: Eine Grippeschutzimpfung schützt Sie nicht vor den harmloseren grippalen Infekten.

Haben Sie einen grippalen Infekt, kann Ihnen Ihr Arzt etwas gegen die Kopf- und Gliederschmerzen verordnen. Müssen Sie ständig husten, da die Lungen infiziert sind, kann er Ihnen einen Hustenstiller für die Nacht empfehlen, damit Sie durchschlafen können. Die Ursache, also die Virusinfektion, wird damit nicht behandelt. Antibiotika sind bei einem grippalen Infekt fehl am Platz, belasten Ihren Körper und verkürzen die Krankheitsdauer nicht. Ein grippaler Infekt kann Sie schon mal sieben bis zehn Tage aus dem Verkehr ziehen.

Eine richtige Grippe durch das Influenza-Virus überfällt Sie meistens plötzlich: Schüttelfrost, hohes Fieber, starkes Krankheitsgefühl und erhebliche Gelenkschmerzen. Auch hier gilt es, die Symptome zu bekämpfen. Wenn bei älteren oder immungeschwächten Patienten Lunge oder Herz befallen sind, ist unter Umständen ein Krankenhausaufenthalt lebensrettend. Die antiviralen Medikamente, die bei ersten Anzeichen einer Grippe eingenommen werden müssen, sind nach neuesten Studien eher von begrenztem Nutzen.

Kommt es im Zuge der Virusinfektion – also bei einem grippalen Infekt oder einer Grippe – zusätzlich zu einer Infektion mit Bakterien, so kann die Einnahme von Antibiotika sinnvoll sein. Dies entscheidet Ihr Arzt aufgrund Ihrer individuellen Situation.

Auch bei einer Mandelentzündung muss individuell entschieden werden, ob eine Antibiotikaeinnahme notwendig ist. Vielfach reichen schmerzstillende Medikamente und Geduld. Und: Mandeln werden heute eher nicht vor dem sechsten Lebensjahr entfernt – sie spielen eine wichtige Rolle für das Immunsystem.