Knabe liest Buch
IRGENDWAS AM KNIE …    

Meniskusriss

Stechende Schmerzen, knackende und schnappende Geräusche im Knie sind typisch beim Meniskusriss. Erfahren Sie, was Sie selbst tun können und was der Arzt macht.

URSACHEN

Eine unkontrollierte Drehung des Knies und schon kann es Sie erwischt haben. Das Knie schwillt an und schmerzt, irgendetwas ist kaputt. Der Meniskusriss ist eine der häufigsten Sportverletzungen. Der grösste Risikofaktor für einen Meniskusriss ist allerdings unser Alter: Die Menisken verlieren mit zunehmendem Alter ihre Elastizität, bekommen im Laufe der Zeit kleine Risse und können dann auch ohne grosse körperliche Belastung, durch eine einzige falsche Bewegung, einreissen.

Auch wenn man meistens von «dem Meniskus» spricht: Es gibt in jedem Knie zwei davon, den Innen- und den Aussenmeniskus. Der Meniskus ist eine halbmondförmige elastische Knorpelscheibe, die sich zwischen den Gelenkflächen des Ober- und Unterschenkelknochens befindet. Wenn wir unser Kniegelenk bewegen, verschieben sich auch die beiden Menisken zwischen den Gelenkflächen. Sie sorgen so für eine Stabilisierung des Kniegelenks und dienen gleichzeitig als Puffer für eine optimale Druckverteilung zwischen den Gelenkflächen.

Meniskusschäden treten vorwiegend zwischen dem dritten und fünften Lebensjahrzehnt auf. Dabei sind Männer mehr als doppelt so häufig von einem Meniskusschaden betroffen wie Frauen. Es wird vermutet, dass die höhere körperliche Aktivität (Sport, körperliche Arbeit) von Männern für diesen Unterschied verantwortlich ist. Der Innenmeniskus ist deutlich häufiger von einer Verletzung betroffen als der Aussenmeniskus.
 

SYMPTOME

Stechende Schmerzen, meist auf der Innenseite des Kniegelenks, knackende und schnappende Geräusche im Knie sind typisch für den Meniskusriss. Damit einhergehen kann eine Schwellung des Knies. Ausserdem kann das Knie nicht mehr komplett gebeugt werden, und häufig schmerzt das Auftreten. Treppensteigen verursacht bei einem Meniskusschaden besonders heftige Beschwerden. Ist der Meniskusriss beim Sport mit Gegnerkontakt aufgetreten, sind oft das Innen- und das Kreuzband mitverletzt.
 
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DAS KÖNNEN SIE SELBST TUN

Ist das Knie angeschwollen, wenden Sie die PECH-Regel (siehe Kasten in Beitrag "Läuferknie") an und schonen das verletzte Knie. Auch wenn es sich am Anfang so anfühlt, als ob Sie auf jeden Fall operiert werden müssten, sollten Sie sich Zeit geben. Ohne einen Arzt wird es aber vermutlich nicht gehen: Suchen Sie einen Orthopäden oder Sportmediziner auf, der mit Ihnen beide Optionen – also Operation und konservative Therapie – durchspricht. Beobachten Sie selber, wie sich die Symptome im Laufe der nächsten sechs bis acht Wochen verändern. Sollten die Schmerzen bleiben und Sie in Ihren Aktivitäten massiv eingeschränkt sein, kann dies darauf hindeuten, dass für Sie eine Operation sinnvoll ist. Stärken Sie Ihre Ober- und Unterschenkelmuskulatur, sobald Sie wieder trainieren dürfen. Am besten geht das mit kontrollierten Bewegungen an Geräten.

Und: Suchen Sie sich für die Zukunft besser eine gelenkschonende Sportart wie Fahrradfahren oder Schwimmen. Ihr Knie wird es Ihnen danken!
 

Meniskusriss Meniskusriss: Schon ein kleiner Riss kann starke Schmerzen verursachen.

DAS MACHT DER ARZT

Zunächst einmal: Nicht jeder Meniskusriss muss operiert werden. Neuen Erkenntnissen zufolge sollte sehr differenziert vorgegangen werden. Die Therapieoptionen ergeben sich aus Alter, Schmerzen, Funktionseinschränkung und den Belastungen im Alltag. Das heisst, ein junger, sportlich sehr aktiver Mensch benötigt eher eine Operation als ein Betroffener, der über 50 Jahre ist, im Büro arbeitet, ab und zu wandert und Fahrrad fährt und im Alltag schmerzfrei ist.

Damit man aber in Ruhe entscheiden kann, was zu tun ist, muss die Diagnose Meniskusriss vom Arzt gestellt werden. Dazu werden einige körperliche Untersuchungen durchgeführt. Mit der Kernspintomografie (MRI) wird das Ausmass der Schädigung festgestellt. Danach kann die Indikation für die Behandlung mittels Arthroskopie
(= Kniegelenkspiegelung) diskutiert werden. Aber: Nichts über das Knie brechen, Geduld zahlt sich hier oft aus! Physiotherapie und gegebenenfalls Lymphdrainage sollten nach einem Meniskusriss immer durchgeführt werden. Das stärkt die das Knie stützende Muskulatur und kann somit eine weitere Schädigung des Knorpels verhindern.