Knabe liest Buch
BLUT AM TOILETTENPAPIER    

Hämorrhoiden

Der After juckt und nässt nach dem Stuhlgang. Sie haben häufig Blut am WC-Papier: Hämorrhoiden? Erfahren Sie, was Sie selbst tun können und warum Sie zum Arzt gehen sollten.

Neuerdings haben Sie nach dem Stuhlgang häufig Blut am Toilettenpapier, und manchmal sehen Sie sogar kleine Blutgerinnsel in der Toilette. Besonders wenn Sie mal wieder etwas stärker beim Stuhlgang pressen mussten, blutet es. Ihr After juckt und nässt nach dem Stuhlgang.

Das Thema ist Ihnen etwas peinlich, Sie sind sich nicht sicher, ob Ihr Hausarzt der richtige Ansprechpartner ist. Aber es hilft nichts, die erhoffte Spontanheilung bleibt aus und so hilft nur der Gang zum Arzt. Ein kurzer Blick genügt, und die Ursache für die Blutung ist gestellt: Sie haben Hämorrhoiden.

Hämorrhoiden sind Aussackungen von Gefässen im Bereich unseres Schliessmuskels am Darmausgang (siehe Abbildung in Beitrag "Analfissur und Venenthrombose"). Diese Gefässerweiterungen entstehen, wenn zu starkes Pressen beim Stuhlgang und zunehmende Bindegewebsschwäche zusammenkommen.

Hämorrhoiden sind keine peinliche, sondern vor allem eine häufige Diagnose. Klar, keiner spricht gerne darüber, schon gar nicht mit Freunden und Bekannten, aber jeder Zweite bis Dritte – je nach Alter und Veranlagung – wird von ihnen beim Stuhlgang geplagt. Hämorrhoiden sind eine Volkskrankheit, Sie befinden sich also in guter Gesellschaft und Ihr Arzt ist mit dem Thema bestens vertraut.

 

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DAS KÖNNEN SIE SELBST TUN

Leiden Ihre Eltern unter Hämorrhoiden, so ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie auch welche bekommen, erhöht. Man weiss, dass es bei der Entstehung von Hämorrhoiden eine genetische Komponente gibt – die Bindegewebsschwäche wird vererbt, und so kommt es bei Ihnen unter anderem schneller zu den Gefässaussackungen.

Die gute Nachricht aber ist: Sie können etwas gegen die Entstehung von Hämorrhoiden tun. In erster Linie gilt es, die Darmentleerung zu erleichtern und einer Verstopfung (Obstipation) vorzubeugen: viel trinken, sich regelmässig bewegen und eine ballaststoffreiche Ernährung ohne zu viel Fleisch sind die Grundpfeiler, um Hämorrhoiden zu vermeiden. Menschen, die sich vegetarisch ernähren, sind von Hämorrhoiden viel seltener betroffen. Unterstützend helfen Floh- oder Leinsamen und bei Bedarf kurzfristig milde Abführmittel. Empfohlen wird auch eine «Schliessmuskelgymnastik», um die Durchblutung im Analkanal zu verbessern. Dazu kneifen sie mehrmals täglich den Schliessmuskel 30-mal zusammen.

Hilfreich kann es auch sein, täglich zur gleichen Zeit zur Toilette zu gehen, um den Darm an einen Rhythmus zu gewöhnen.

Und: Auch wenn es doch mal schnell auf Toilette gehen soll – was die Ausnahme sein sollte –, vermeiden Sie bitte das Pressen beim Stuhlgang. Damit steigt der Druck in den Gefässen, und Sie beschleunigen das Aussacken der Gefässwand.

Wenn Sie schon an Hämorrhoiden leiden, sollten Sie unbedingt darauf achten, dass sich diese nicht entzünden.

Folgende Hygieneratschläge können Ihnen dabei helfen:

•    Nach dem Stuhlgang sollten Sie den After mit lauwarmem Wasser reinigen. Wenn Sie unterwegs sind, kann feuchtes Toilettenpapier nützlich sein. Vermeiden Sie alkoholhaltige Erfrischungstücher, diese reizen zu sehr. Reinigen Sie den After nicht mit Seife oder anderen Kosmetika.
•    Kaufen Sie weiches Toilettenpapier und wischen Sie nur leicht, um die Haut nicht zu reizen.

 

DAS MACHT DER ARZT

Bemerken Sie Blut nach dem Toilettengang, so müssen Sie immer zum Arzt gehen, um die Ursache abklären zu lassen. Der Arzt kann bei einer Untersuchung des Afters meistens die Hämorrhoiden erkennen. Ist die Ursache der Blutung nicht eindeutig die Hämorrhoide, müssen andere Ursachen, etwa Tumore, ausgeschlossen werden. Dies wird Ihr Arzt mit einer Spiegelung des Enddarms oder des gesamten Dickdarms machen.

Die Auswahl der Diagnostik hängt auch vom Alter ab: In jungen Jahren ist ein Tumor als Ursache für eine Blutung sehr unwahrscheinlich und die Hämorrhoiden als Ursache für die Blutung häufig. Mit steigendem Alter nimmt auch die Gefahr für Dickdarmtumore zu. Ab dem 50. Lebensjahr sollten Sie das Früherkennungsangebot zur Dickdarmspiegelung nutzen!

Steht die Diagnose Hämorrhoiden, wird Ihr Arzt Sie, je nach Ausprägung der Hämorrhoiden, behandeln: Sind die Hämorrhoiden noch klein, können sie verödet werden. Dazu spritzt der Arzt eine alkoholische Lösung in das erweiterte Gefäss. Auch kann eine Art Gummiband (Ligatur) vom Arzt über die Aussackungen gestülpt werden – die Gefässe werden dann nicht mehr durchblutet und sterben schmerzlos ab. Sind die Hämorrhoiden schon sehr gross, müssen sie operativ entfernt werden.

Haben Sie nur leichte Beschwerden wie Jucken und Brennen nach dem Stuhlgang, können auch Salben und Zäpfchen die Symptome bekämpfen. Auf Dauer kann das aber die Hämorrhoiden nicht aufhalten. Früher oder später werden die Hämorrhoiden grösser und müssen dann endgültig in einer kleinen Operation ambulant entfernt werden.