Resilienz: Die Kunst, wieder aufzustehen
Was entscheidet darüber, ob uns Krisen aus der Bahn werfen oder stärker machen? Warum stehen manche Menschen nach Rückschlägen wieder auf, während andere daran zu zerbrechen drohen? Die Antwort könnte in unserer inneren Widerstandskraft liegen: Resilienz.
Kurz und einfach
Manche Lösungen helfen direkt bei einem Problem.
Andere helfen dem Körper und dem Kopf ruhig zu werden.
Jeder Mensch kann passende Wege für sich finden.
Stellen Sie sich vor: Sie arbeiten monatelang auf einen grossen Moment hin – ein Projekt, das Ihre Karriere prägen könnte. Am Tag der Präsentation sind Sie nervös, aber überzeugt von Ihrem Konzept. Schliesslich sind Sie bestens vorbereitet. Doch plötzlich läuft alles anders. Verhaltene Reaktionen, unerwartete Fragen. Ihre Idee überzeugt nicht. Kurz darauf sagt Ihre Vorgesetzte streng: «Wir müssen morgen reden.» Und plötzlich rast das Gedankenkarussell: «Verliere ich meinen Job? Wie soll ich morgen allen begegnen?»
Zwei Menschen, eine Krise
Auf dieselbe Situation konnten Menschen ganz unterschiedlich reagieren: Person A zieht sich zurück, sieht bereits das Ende ihrer Karriere und denkt vielleicht sogar ans Kündigen. Person B hingegen bereitet sich proaktiv auf das Gespräch vor, spricht mit einer vertrauten Person und überlegt, welche Rückmeldungen hilfreich sein könnten. Doch warum schafft es Person B nach einem Rückschlag wie eine Sprungfeder wieder aufzuhüpfen, während Person A daran zu verzweifeln droht?
Schwierige Situationen bewältigen
Resilienz beschreibt unsere psychische Widerstandskraft. Sie hilft uns, schwierige Situationen zu bewältigen, auf unsere Ressourcen zurückzugreifen und das innere Gleichgewicht wiederzufinden. Resiliente Menschen glauben: «Ich kann diese Krise meistern.» Resilienz entwickelt sich über die Zeit und mit verschiedenen überwundenen schwierigen Situationen. Ein wichtiger Baustein dabei sind sogenannte Bewältigungsstrategien, auch «Coping» genannt.
Mit Stress umgehen
Wenn wir unter Druck stehen, können uns verschiedene Dinge helfen. Manche unterstützen uns, das Problem direkt anzugehen. Andere wiederum sorgen dafür, dass wir ruhiger werden und einen klaren Kopf bekommen.
Mit sogenannten «problemorientierten Bewältigungsstrategien» packen Sie das Problem direkt an. Versuchen Sie beispielsweise eine Pro- und Kontra-Liste zu schreiben, mit einer vertrauten Person zu sprechen oder Aufgaben zu sortieren und Prioritäten zu setzen.
Möchten Sie zuerst zur Ruhe kommen und Klarheit gewinnen, so können Sie eine «emotionsorientierte Bewältigungsstrategie» ausprobieren, wie zum Beispiel eine Atemübung machen, in die Natur gehen oder Sport treiben.
Der persönliche Notfallkoffer
In stressigen Momenten fällt uns oft nicht spontan ein, was uns guttut. Schreiben Sie deshalb drei Strategien aus beiden Bereichen auf, die Ihnen in der Vergangenheit geholfen haben oder die Sie ausprobieren möchten. Diese Strategien können ebenfalls im Alltag eingesetzt werden, um die Resilienz weiter zu stärken.
Denn Krisen sind nicht nur Hindernisse. Manchmal sind sie auch der Anfang von Wachstum. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim Ausprobieren und Wachsen!
Bewusste Pausen machen widerstandsfähig
Wussten Sie, dass bewusste Pausen im Alltag helfen können, widerstandsfähiger zu werden? Um stressige Situationen besser bewältigen zu können, brauchen wir im Alltag immer wieder Pausen und Momente der Selbstfürsorge. Wann sind Sie das letzte Mal bewusst für fünf Minuten raus aus Ihrem Alltag? Planen Sie sich fixe Mini-Pausen ein. Eine Erinnerung oder ein Wecker auf Ihrem Handy kann hilfreich sein, sich daran zu halten.
Und so können Sie Ihre Mini-Pausen gestalten:
- Tapetenwechsel: Gehen Sie an die frische Luft und beobachten Sie, wie sich die Blätter an einem Baum im Wind bewegen. Am besten geniessen Sie ganz ohne «Begleitung» – kein Handy, kein Kaffee, keine To-dos.
- Bewusst geniessen: Nehmen Sie sich ein paar Minuten und essen Sie eine Frucht oder ein Gemüse Ihrer Wahl und konzentrieren Sie sich auf den Geschmack, den Geruch und die Textur. Versuchen Sie, möglichst langsam zu kauen und sich auf die verschiedenen Sinneseindrücke zu konzentrieren. So kann ein schönes Pausenritual entstehen.
- Achtsames Gehen: Eine kurze körperliche Aktivität an der frischen Luft durchlüftet auch Ihre Gedanken.
- Der Atem als Schlüssel: Kurze Atemübungen helfen, Stress abzubauen, Körper und Geist ruhiger werden zu lassen und regulieren gleichzeitig Ihr Nervensystem. Atmen Sie beispielsweise vier Sekunden durch die Nase ein, halten für sieben Sekunden die Luft an und atmen acht Sekunden durch den Mund aus.