Ein Junge liest ein Buch. Krankenkasse

Ein Fall für concordiaMed: Wenn sich Krankheiten und Medikamente gegenseitig beeinflussen

Osteoporose, Arthrose und dazu Bluthochdruck – besonders im fortgeschrittenen Alter sind zwei oder mehr Erkrankungen zugleich keine Seltenheit. In der Fachsprache nennt man das «Multimorbiditiät». 

Verschiedene Medikamente liegen in Form von Tabletten und Kapseln auf einem Tisch. Hat eine Person mehrere Krankheiten, muss für die Behandlung und die verordneten Medikamente die gesamte Krankheitssituation berücksichtigt werden.

Bei Multimorbidität können sich sowohl die verschiedenen Krankheiten als auch ihre medikamentöse Behandlung gegenseitig beeinflussen. Deshalb muss die medikamentöse Therapie regelmässig von einem Arzt überwacht und koordiniert werden. Die Anruferin des heutigen Falls leidet unter Bluthochdruck, Hüft-Arthrose und Diabetes.

Haben auch Sie eine medizinische Frage? concordiaMed, die 24-Stunden-Gesundheitsberatung der CONCORDIA, ist telefonisch für Sie da.

Frau M., 76-jährig, ruft montagmorgens bei concordiaMed an: Mein Hausarzt hat mir letzte Woche neue Blutdrucktabletten verordnet, aber nun ist mir immer wieder so schwindlig. Ist dies normal?

Fachberaterin: Wann ist denn der Schwindel aufgetreten?

Frau M.: Am Mittwoch war ich beim Arzt, am Donnerstag habe ich den Schwindel erstmals bemerkt.

Fachberaterin: Ist er ganz plötzlich aufgetreten, vielleicht beim Aufstehen oder als sie sich hingelegt haben?

Frau M.: Nein, ich glaube, er kam eher schleichend.

Fachberaterin: Beschreiben Sie mir bitte den Schwindel. Haben Sie das Gefühl, alles drehe sich um Sie, so wie auf einem Karussell?

Frau M.: Nein, mir wird eher so «schummerig», «komisch im Kopf». Ich muss mich dann einen Moment hinsetzen. Meistens wird es innerhalb ein paar Minuten besser, aber er geht nicht ganz weg.

Fachberaterin: Hören Sie auch schlechter? Oder haben Sie noch andere Symptome bemerkt, wie zum Beispiel Schwitzen, Sehstörungen, beschleunigte Atmung oder Puls? 

Frau M.: Nein, ausser dem Schwindelgefühl geht es mir eigentlich gut.

Fachberaterin: Schwindel kann natürlich verschiedenste Ursachen haben. Haben Sie jemals schon einen ähnlichen Schwindel erlebt?

Frau M.: Ja. Vor etwa einem Jahr, als ich ein neues Blutzuckermedikament einnehmen musste, hatte ich ähnliche Schwindelgefühle. Mein Arzt hat daraufhin das Medikament gewechselt. Danach war es dann wieder gut.

Fachberaterin: Müssen Sie jetzt noch andere Medikamente einnehmen?

Frau M.: Ich habe Arthrose in der Hüfte und nehme deshalb regelmässig Schmerzmittel. Aus diesem Grund hat mein Arzt mir auch eine zusätzliche Tablette zur Magenschonung verordnet. Und ausserdem muss ich seit ein paar Tagen Antibiotika einnehmen, weil ich eine Blasenentzündung habe.

Fachberaterin: Ihre Vermutung, dass der Schwindel durch das neue Blutdruckmedikament ausgelöst wird, könnte zutreffen. Der Schwindel kann jedoch auch andere Ursachen haben. Ich empfehle Ihnen, Ihren Arzt zu kontaktieren und ihm davon zu berichten. Er kennt Ihre Krankengeschichte und kann am besten beurteilen, welche Massnahmen ergriffen werden müssen.

Frau M.: Aber ich bekomme heute sicher keinen Termin mehr. Er ist immer ausgebucht.

Fachberaterin: Sagen Sie der Praxisassistentin, dass Sie eine dringende Frage zu Ihrem neuen Medikament haben und bitten Sie um einen Rückruf. Überlegen Sie vorher genau, was Sie Ihrem Arzt sagen oder fragen wollen. Dann vergessen Sie nichts Wichtiges und können die Zeit gut nutzen. Haben Sie Internet zuhause? Dann können Sie sich mithilfe der Checkliste im Gesundheitskompass der CONCORDIA auf das Gespräch mit Ihrem Arzt vorbereiten.

Frau M.:
Ja. Meine Kinder haben mir zu Weihnachten ein Tablet geschenkt und mir das Internet eingerichtet. Ich war zwar immer dagegen, aber inzwischen nutze ich es täglich.

Fachberaterin: Das ist toll! Gehen Sie auf die Website der CONCORDIA und schauen Sie im Gesundheitskompass nach, welche Informationen für Sie interessant sein könnten. Unter den Behandlungsthemen finden Sie interessante und hilfreiche Informationen zu «Ihr Arzttermin» oder «Medikamentöse Therapie» sowie die eben erwähnte Checkliste.

Frau M.: Das hört sich gut an. Das werde ich sicher machen!

Fachberaterin: Ich möchte Ihnen auch noch gerne die Sturzprävention ans Herz legen, die im Gesundheitskompass unter dem Thema «Versicherte 70+»  beschrieben ist. Aufgrund Ihrer verschiedenen Erkrankungen besteht für Sie ein gewisses Sturzrisiko, welches Sie mit einfachen Massnahmen verringern können. Die CONCORDIA bietet diesbezüglich eine kostenlose Beratung an.

Frau M.: Das ist eine gute Idee! Danke vielmals für den Hinweis. Aber zuerst werde ich diese Checkliste im Gesundheitskompass anschauen und dann meinen Arzt anrufen.

 

Multimorbidität: Wenn mehrere Krankheiten zusammenkommen

Gemäss dem Bundesamt für Statistik (Stand 2018) liegt die Lebenswartung bei Geburt in der Schweiz:

  • für Frauen bei 85,4 Jahren
  • für Männer bei 81,7 Jahren

Damit gehört sie zu den höchsten in der Welt.

Mit zunehmenden Alter nimmt allerdings der Anteil der Personen zu, die gleichzeitig an mehreren Krankheiten leiden. Man nennt dies in der Fachsprache «Multimorbidität». Die Behandlung solcher Patientinnen und Patienten fordert seitens der behandelnden Ärzte höchste Aufmerksamkeit und die Berücksichtigung der gesamten Krankheitssituation. Verordnet zum Beispiel der behandelnde Kardiologe ein neues Herzmedikament, so muss er berücksichtigen, welchen Einfluss es auf die anderen Krankheiten oder einzunehmenden Medikamente hat, auch wenn er diese nicht selbst verordnet hat. Nur so können gewisse unerwünschte Nebenwirkungen verhindert oder zumindest reduziert werden.

Gleichzeitig ist der betroffene Patient aufgefordert, seinen Therapieverlauf und vor allem neue Symptome genau zu beobachten: 

  • Wann treten diese Symptome auf? 
  • Gibt es eine Erklärung dafür, warum ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt Symptome wie z. B. Übelkeit, Erbrechen oder Schwindel auftreten?
  • Wie genau soll sich der Patient verhalten, wenn gewisse Symptome auftreten oder er unmittelbar nach der Medikamenteneinnahme erbrechen muss?

Solche Fragen sollten bereits bei der Verordnung des Medikamentes vom Arzt beantwortet werden, damit es nicht zu einer Über- oder Unterdosierung der verordneten Medikamente kommt. Indem sich Patienten gezielt auf ihre Arzttermine vorbereiten und wichtige Fragen und Informationen für den Arzt im Voraus notieren, können sie wesentlich zum Behandlungserfolg beitragen.

Angebote wie die telefonische Gesundheitsberatung concordiaMed oder der Gesundheitskompass unterstützen unsere Versicherten. Sie helfen ihnen, ihre Krankheiten zu managen, im Alltag zurechtzukommen und befähigen sie, wichtige Entscheidungen zu treffen. 
 

Aufgeregt beim Arzttermin

Ein Arztbesuch kann für Aufregung sorgen und nervös machen. Schliesslich geht es um Ihre Gesundheit. Nicht nur im fortgeschrittenen Alter kommt es vor, dass man nicht alles richtig versteht, was die Ärztin oder der Arzt einem erklärt.

Scheuen Sie sich nicht nachzufragen, wenn Sie etwas nicht verstehen. Bitten Sie eine vertraute Person darum, Sie zu wichtigen Terminen zu begleiten. Vier Ohren hören mehr als zwei. Im Gesundheitskompass finden Sie Checklisten und wertvolle Tipps, wie Sie sich auf Ihren Arztbesuch vorbereiten können. Davon profitieren sowohl Sie als Ihre behandelnden Ärzte.

 

Nebenwirkungen vermeiden, Medikamente richtig einnehmen

Etwas für gegen den Bluthochdruck, für den Blutzucker, gegen Schmerzen, für den Magen: Kommen mehrere Krankheiten oder gesundheitliche Beschwerden zusammen, gilt es, die Medikamente sorgfältig aufeinander abzustimmen. Wechselwirkungen von Medikamenten oder Krankheiten, die sich gegenseitig beeinflussen, können zu unerwünschten Nebenwirkungen führen. Es ist darum wichtig, dass Ihre behandelnden Ärzte über Ihre gesamte Krankheitsgeschichte informiert sind und nicht nur über die Erkrankung eines bestimmten Organs, für das sie spezialisiert sind. Nur so kann sichergestellt werden, dass Sie eine auf Ihre persönliche Situation abgestimmte Therapie verordnet bekommt.

«Ich habe sie vergessen.», «Ich war verunsichert, ob und wann ich sie einnehmen soll.», «Die Symptome haben sich verbessert.» oder «Mir war immer so schwindlig, wenn ich die Tablette genommen habe.» – das sind nur einige Gründe, warum Patientinnen und Patienten verordnete Medikamente eigenmächtig absetzen. Oder sie passen ihre Therapie selbstständig an, ohne darüber mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt gesprochen zu haben

Entscheidend für Ihren Behandlungserfolg ist, dass Sie Ihre Medikamente so einnehmen, wie es Ihr Arzt oder Ihre Ärztin verordnet hat. Nur so kann das angestrebte Behandlungsziel auch erreicht werden. Deshalb melden Sie sich bei Ihrem Arzt, wenn Sie Probleme haben, die Medikamente wie verordnet einzunehmen. Es gibt Möglichkeiten und Hilfsmittel, die medikamentöse Therapie zu vereinfachen.

Im Magazinbeitrag «Medikamente richtig einnehmen» finden Sie weitere Informationen sowie die Vorlage für einen Medikamentenplan.

Der Gesundheitskompass hält für Sie wertvolle Tipps sowie Checklisten parat und unterstützt Sie damit, Ihre Medikamente zuverlässig einzunehmen.

 

Ob gesund oder krank: Wir sind für Sie da

concordiaMed ist die medizinische 24-Stunden-Gesundheitsberatung der CONCORDIA. Ausgewiesene Fachpersonen beraten Sie am Telefon zu allen Fragen und Problemen rund um Krankheit, Gesundheit, Unfall, Prävention und Mutterschaft. Auch bei Notfällen im Ausland hilft Ihnen concordiaMed gerne weiter. Für CONCORDIA-Versicherte ist die Beratung kostenlos

Im Gesundheitskompass finden Sie Antworten zu Fragen rund um Gesundheit, Krankheit und Behandlung, wertvolle Informationen, Tipps und Checklisten.

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